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24.04.2008

Weltweit erste wissensbasierte Suchmaschine "Go3R" für Alternativmethoden zu Tierversuchen ist online


Im Jahr 2007 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Fördermittel in Höhe von 400.000 Euro für die wissenschaftliche Erarbeitung von Tierversuchsersatzmethoden bereitgestellt. Insgesamt 11 Anträge haben im Begutachtungsverfahren die erforderliche Priorität für eine Förderung erreicht.

Ein Forschungsprojekt ist nun bereits erfolgreich umgesetzt: Nach vier Monaten Entwicklungszeit wurde eine funktionsfähige Version der weltweit ersten wissensbasierten Suchmaschine für Alternativmethoden zu Tierversuchen online gestellt. Die neue Suchmaschine "GO3R" vereinfacht die Suche mittels intelligenter Inhaltsverzeichnisse. GO3R kategorisiert Suchergebnisse nach Wissensgebieten, aus denen sich Wissenschaftler ihren Bereich aussuchen. Im Idealfall umfasst ein Suchergebnis auf diese Weise deutlich weniger gefundene Dokumente, allerdings dann eher solche mit hoher Relevanz für die betreffende Thematik.

Die Fördermittel wurden über die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) im BfR vergeben. Die ZEBET dokumentiert bereits publizierte Alternativmethoden, validiert diese Methoden und fördert erfolgversprechende Forschungsprojekte im Sinne des 3R Konzeptes von Russel und Burch (1959). Das 3R Konzept umfasst Methoden und Verfahren, durch die das Leiden der Tiere im Experiment vermindert (Refinement), die Anzahl der Versuchstiere reduziert (Reduction) oder Tierversuche ersetzt (Replacement) werden.

Ausgangspunkt des Projektes sind die EU-Richtlinie 86/609/EEC zum Schutz von Versuchstieren und das deutsche Tierschutzgesetz. Der Schutz der Versuchstiere fängt bereits bei der Vorbereitung von Tierversuchsvorhaben an. Voraussetzung für die Genehmigung von Tierexperimenten ist die Prüfung, ob der verfolgte Zweck nicht durch andere Methoden oder Verfahren als dem Tierversuch erreicht werden kann (§ 7, Abs. 2, Satz 2 Tierschutzgesetz). Die Ausschöpfung aller Informationsmöglichkeiten durch die Wissenschaftler ist fester Bestandteil der gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung der Unerlässlichkeit eines Tierversuches. Zur Erfüllung dieses Auftrages ist für die Wissenschaftler der Zugang zu Informationen über Alternativmethoden besonders wichtig.

Das Internet bietet Zugang zu einer großen Fülle von Informationen, darunter auch zu Alternativmethoden. Dennoch ist es schwierig, aus dieser Fülle die richtigen Informationen zu extrahieren. An dieser Stelle setzt die Idee der Entwicklung intelligenter Suchmaschinen an, die in der Lage sind zu "verstehen", was der Nutzer sucht und was die "Bedeutung" der gesuchten und gefundenen Informationen ist. Dadurch soll die Qualität einer Recherche im Sinne von Vollständigkeit, hoher Relevanz und wenig überflüssiger Information erhöht werden.

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Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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