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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

14.03.2008

Luftverschmutzung durch Schwermetalle? Torfmoose geben Auskunft


Der neue Richtlinienentwurf VDI 3957 Blatt 17 beschreibt ein standardisiertes Verfahren für die Identifikation und Lokalisation von Schwermetallemittenten und erlaubt eine Abschätzung der Schwermetalleinträge am Untersuchungsort. Grundlage des Verfahrens ist die sog. "Moss-bag-technique". Bei dieser Methode werden die in Reinluftgebieten gesammelten Moose in Nylonnetze gefüllt, dann in den zu überwachenden Gebieten über einen definierten Zeitraum exponiert und anschließend auf ihre Schwermetallgehalte, wie zum Beispiel Blei, Cadmium, Chrom und Quecksilber, analysiert. Unterschiede der Schwermetallgehalte der Moose an den Untersuchungspunkten geben Auskunft über die Verteilung der Schwermetallbelastung.

Torfmoose (Sphagnum) sind Pflanzen, die hauptsächlich Moore, Sümpfe oder saure feuchte Waldböden besiedeln. Jedoch nicht nur im Gartenbau finden sie als Torf Verwendung. Aufgrund ihrer Fähigkeit in hohem Maße Schadstoffe zu absorbieren, eignen sich Torfmoose besonders für die Ermittlung und Überwachung von Schwermetallbelastungen.

Alternative Methoden zur Beobachtung der Umweltsituation unter Einbeziehung lebender Organismen, sog. Bioindikatoren, kommen immer häufiger zum Einsatz, da sie aufgrund des geringen Personalaufwandes und Materialeinsatzes meist kostengünstiger sind als chemisch-physikalische Messungen.

Herausgeber der Richtlinie ist die Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN - Normenausschuss KRdL. Der Entwurf der Richtlinie VDI 3957 Blatt 17 ist beim Beuth Verlag in Berlin ab April 2008 erhältlich. Einsprüche können bis zum 31.07.2008 geltend gemacht werden.

Quelle: Verein Deutscher Ingenieure (VDI)




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