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04.01.2007

Rückstände des in der EU nicht zugelassenen Insektizides Isofenphos-methyl in Paprika


Bei Untersuchungen von Paprika aus Spanien wurden Rückstände des in der EU nicht zugelassenen Insektizids Isofenphos-methyl festgestellt. Insgesamt wurden seit Mitte November 35 Proben Paprika unterschiedlicher Herkunft auf Rückstände dieses Wirkstoffs untersucht. 9 von 15 (60 Prozent) der spanischen Proben enthielten Rückstände des Insektizids Isofenphos-methyl, wobei die Rückstandsgehalte in 6 Proben (40 Prozent) über der allgemeinen Höchstmenge von 0,01 mg/kg lagen. In weiteren 3 Proben wurden Gehalte kleiner oder gleich 0,01 mg/kg festgestellt.
In Proben anderer Herkünfte (Türkei, Niederlande, Marokko) war Isofenphos-methyl nicht nachweisbar.

Nach den vorliegenden Informationen sind weder in Spanien noch in einem anderen EU-Mitgliedsstaat Isofenphos-methyl enthaltende Pflanzenschutzmittel zugelassen. Der Wirkstoff Isofenphos-methyl ist daher weder in Anhang 1 der EU-Richtlinie 91/414 aufgenommen, noch zur Prüfung einer möglichen Aufnahme vorgesehen.

Alle uns vorliegenden Informationen deuten darauf hin, dass der Wirkstoff in China hergestellt wird und ohne Zulassung und damit ohne toxikologische Bewertung nach Spanien eingeführt und angewendet wird.

In der einschlägigen Fachliteratur liegen keine Angaben zur Toxizität des Wirkstoffs Isofenphos-methyl vor. Eine toxikologische Bewertung des Rückstandsgehalts ist infolgedessen derzeit nicht möglich. Da der Wirkstoff Isofenphos-methyl zur Gruppe der neurotoxischen Phosphorsäureester gehört und der chemisch sehr ähnliche Wirkstoff Isofenphos aufgrund eines sehr niedrigen ADI von 0,001 mg/kg KG (BfR 1992, WHO 1986) eine vergleichsweise hohe Toxizität aufweist, ist von einer entsprechenden toxikologischen Relevanz des Wirkstoffs Isofenphos-methyl auszugehen. Somit können bei den Proben mit höheren Gehalten gesundheitliche Risiken nicht mit erforderlicher Sicherheit ausgeschlossen werden.

Ein Analysenstandard für den Wirkstoff Isofenphos-methyl ist derzeit nicht erhältlich, das CVUA Stuttgart hat deshalb die Synthese eines zertifizierten Standards vereinbart (voraussichtliche Verfügbarkeit frühestens Mitte Januar). Die quantitative Bestimmung erfolgt in Bezug auf den chemisch sehr ähnlichen Wirkstoff Isofenphos mittels Gaschromatographie aufwändig sowohl in Verbindung mit massenspektrometrischen Bestimmungsverfahren als auch in Verbindung mit selektiven Detektoren (NPD).

Quelle: Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart




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