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10.12.2007

Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis für Göttinger Physiker Stefan Hell


Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Leibniz-Preisträger für das Jahr 2008 bekanntgegeben. Einer der Wissenschaftler, die mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis ausgezeichnet werden, ist Prof. Dr. Stefan W. Hell, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Mit einem Preisgeld von 2,5 Millionen Euro soll ihm die Möglichkeit gegeben werden, seine Forschung auf sicherer finanzieller Grundlage weiterzuführen und besonders qualifizierte jüngere Wissenschaftler einzustellen. Hell ist der achte Leibniz-Preisträger an dem Institut.

Prof. Dr. Stefan Hell ist Physiker und seit 2002 Leiter der Abteilung NanoBiophotonik am MPI für biophysikalische Chemie. Zuvor hatte er dort bereits eine Nachwuchsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft geleitet. Seine Forschungsarbeiten haben die Lichtmikroskopie über die bekannten Grenzen der Physik hinaus grundlegend verbessert. Mit neuen und zunächst "verqueren" Ideen hat Stefan Hell gültiges Lehrbuchwissen auf den Kopf gestellt und die Anwendungsmöglichkeiten der optischen Mikroskopie revolutioniert. Mit der von ihm entwickelten "STED-Mikroskopie", für die er im letzten Jahr den "Deutschen Zukunftspreis" erhielt, erreichte Hell bereits eine drei- bis zwölfmal bessere Auflösung als die best auflösenden herkömmlichen Mikroskope. Damit konnte er bei biologischen Anwendungen erstmals lichtmikroskopisch die Fusion einzelner synaptischer Vesikel mit der Nervenendigung nachweisen. Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der DFG erlaubt es ihm jetzt, seine Forschung in großer finanzieller Freiheit über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren weiterzuführen.

Stefan Hell verfolgte nach dem Physik-Studium und der Promotion in Heidelberg seine Ideen zunächst als "freier Erfinder", schlug dann aber als Postdoktorand am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) die wissenschaftliche Karriere ein. Als Leiter der Laser Microscopy Group der Universität Turku, Finnland, legte er die Grundlagen für die STED-Mikroskopie, die er ab 1996 als Nachwuchsgruppenleiter und ab 2002 als Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen weiterentwickelte. Für seine Arbeiten wurde Hell bereits mehrfach national und international ausgezeichnet, zuletzt 2006 mit dem "Deutschen Zukunftspreis".

Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftler zu erleichtern. Das Preisgeld ist für Forschungsarbeiten in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren vorgesehen; beim Einsatz der Mittel wird den Preisträgern größtmögliche Freiheit eingeräumt.

Die DFG vergibt den Leibniz-Preis jetzt zum 23. Mal, insgesamt 259 Preise wurden seit 1985 vergeben. In diesem Jahr wurden 11 Wissenschaftler ausgezeichnet. "Die neuen Preisträger stehen für das hervorragende Niveau und die fachliche Breite der Spitzenforschung in Deutschland", unterstrich DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner anlässlich der Bekanntgabe der diesjährigen Entscheidungen. Kleiner verwies darauf, dass der seit 1986 vergebene Leibniz-Preis längst nicht nur die angesehenste Auszeichnung für Forscher in Deutschland ist. "Sechs der Ausgezeichneten haben nach dem Leibniz-Preis auch den Nobelpreis erhalten. Der Leibniz-Preis ist damit weltweit ein Gradmesser für allerhöchste wissenschaftliche Qualität."

Quelle: idw/Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (MPIBPC)




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