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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

05.12.2007

Tagungsbericht "NOVIA HPLC-Tage 2007"


Mitte November - eine Zeit, die bei Analytikern fest mit dem Gedanken an die "NOVIA HPLC-Tage" verbunden ist. In diesem Jahr fand dieses Anwenderforum erstmals in Frankfurt am Main statt und erfreute sich einmal mehr großen Zuspruchs.

Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. M. Lämmerhofer, Universität Wien, führte in den thematischen Schwerpunkt der HPLC ein. Anhand der Vorstellung unterschiedlich aufgebauter RP-Materialien wurden die Möglichkeiten und Grenzen von Trennungen in flüssiger Phase aufgezeigt sowie verschiedene Ansätze zur RP-Chromatographie präsentiert. Nicht zuletzt der Einfluß der Partikelgröße und ein Ausblick auf die Anwendung in der Rapid Resolution LC rundeten den Vortrag ab.

Die erste Session paralleler Workshops richtete sich thematisch direkt an die HPLCAnwender. Im ersten Workshop legte Dr. S. Kromidas den Fokus auf ein allgegenwärtiges Problem: "Klassische" Fehler treten gerade in der Routineanalytik bei der HPLC immer wieder auf - oder es stellen sich überraschende Effekte ein, deren Ursache zunächst nicht erkennbar ist. In diesem praxisnah und interessant gestalteten Workshop wurden Ursachen und mögliche Abhilfen vorgestellt. Die Teilnehmer konnten konkrete, persönliche Fragestellungen aus ihren analytischen Laboratorien einbringen und dabei im Dialog mit dem Referenten sowie den anderen Teilnehmern konstruktive Lösungsvorschläge für ihren Laboralltag mitnehmen.

Der Einfluß von Temperatur und pH-Wert bei der chromatographischen Trennung ist für jeden HPLC-Anwender von großem Interesse - die aktive Mitarbeit der Teilnehmer am Workshop von Dr. Frank Steiner verdeutlichte dies einmal mehr. Die Abhängigkeit der Selektivität, Retention und Trenneffizienz von den Parametern Temperatur und pH-Wert wurde an zahlreichen Beispielen verdeutlicht. Anhand von konkreten Fallbeispielen wurden auch gemeinsam Strategien zur Methodenoptimierung entwickelt.

W. Gottwalds Vortrag zur Ausreißerproblematik in Datenreihen bot eine außergewöhnlich humorvolle Aufarbeitung statistischer Inhalte, die fachlich fundiert, jedoch in lockerer Atmosphäre diskutiert wurden. Statistische Definitionen konnten aus alltäglichen Situationen hergeleitet werden, ebenso wurde deutlich, dass das "Empfinden" von Ausreißern oft von der individuellen Situation abhängt. Umso wichtiger ist die Kenntnis um die verschiedenen Ausreißertests von Grubbs, Dixon und Nalimov, die mit all ihren Anwendungsmöglichkeiten sowie ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt wurden.

Traditionell begann der Nachmittag des ersten Veranstaltungstages mit der Präsentation technischer Neuentwicklungen der anwesenden Laborgerätehersteller. Zahlreiche Innovationen, die die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf sich zogen, wurden in parallelen Kurzvorträgen vorgestellt.

Ein besonderes "Schmankerl" erwartete die Teilnehmer mit dem Programm von Herrn Dr. Kuss, LMU München, und Herrn Dr. Kromidas: Ein Vortrag zur Bewertung chromatographischer Daten und zur korrekten Integration lieferte zahlreiche Beispiele und Handlungsmöglichkeiten - der Praxistest an realen Systemen fehlt bei Präsentationen jedoch meistens. Auf Initiative der Referenten konnten vier Firmen zur Vorführung ihrer Integrationssoftware an einem komplexen Beispiel gewonnen werden - inklusive der Vorstellung ihrer Vorgehensweise, Präsentation der unterschiedlichen Ergebnisse sowie einer direkten Gegenüberstellung der Resultate. Dr. Kuss führte eloquent durch die nachfolgende Diskussion der Ergebnisse.

Den Abschluss des offiziellen Programms bildete ein Vortrag zu "Fused Core-Partikeln", wodurch thematisch der Bogen zum Eröffnungsvortrag gespannt wurde. Nach einer kleinen Stärkung in Form von Snacks beim Sektempfang wurde mit Spannung die Abendveranstaltung "Nachts im Museum" erwartet - eine exklusive Führung durch Frankfurts weltbekanntes Naturkundemuseum Senckenberg.

Am zweiten Veranstaltungstag lag der Fokus der Vorträge und Workshops auf dem Gebiet der Qualitätssicherung - beginnend mit einer hochinteressanten Präsentation über typische Anwenderfehler und Mängel bei Inspektionen. Die Auswertung zahlreicher Inspektionsberichte wurde von Herrn Dr. J. Daab anschaulich dargestellt und mit zahlreichen Tipps für kommende Audits untermauert.

Der Impulsvortrag von Herrn Dr. Müller in der zweiten Session paralleler Workshops gab einen interessanten Einblick, wie Qualitätssicherung in der Analytik am Beispiel GLP im Unternehmen Bayer CropScience "verstanden" und gelebt wird. Eine spannende Frage für die Teilnehmenden stellte die Archivierung von Rohdaten dar, welche klassischerweise in Papierform erfolgt. Bei Umstellung auf eine elektronische Datenverwaltung - soweit dies bei unterschiedlichsten Analysemethoden überhaupt möglich ist - muss die Kompatibilität auch noch in mehreren Jahren mit neuen Systemen sichergestellt werden, was als schwierige Hürde zu sehen ist. Daher: Papier ist immer noch das Dokumentationsmedium der Wahl!

Der zweite Workshop hatte den Validierungsparameter Richtigkeit im Fokus des Interesses. Herrn Dr. Holz gelang es hier, eine kontroverse Diskussion zu eröffnen und die Teilnehmer aktiv in die Thematik mit einzubeziehen.

"Meet the Experts" - ein Konzept, das NOVIA seit Jahren verfolgt. Die Möglichkeit sich in diesem Zeitraum an den Messeständen der einzelnen Laborgerätehersteller nach den neusten Entwicklungen zu erkundigen und sich von den Fachexperten beraten zu lassen, wurde gerne genutzt.

Die dritte Runde paralleler Workshops wurde von den Herren Nussbaum und Dr. Meynhardt, Boehringer Ingelheim, mit der Fragestellung eröffnet, welche sachlichen oder persönlichen Gründe für oder gegen die Anwendung von Methodenscreenings als Hilfsmittel zur Entwicklung von HPLC-Methoden sprechen. Es wurde die Möglichkeit vorgestellt, anhand der Vielzahl an Systemen, Säulen und Variationsmöglichkeiten der Eluenten durch ein Methodenscreening eine solide Datenbasis zu erhalten, die als Grundlage für eine zielgerichtete Methodenentwicklung von Vorteil ist. Herr Dr. Obermeyer befasste sich im parallelen Workshop mit einem weiteren wichtigen Arbeitsschritt in der Analytik: Jeder Analytik ist eine Probenahme vorgeschaltet. Fehler in der Probenahme sind durch die Analytik nicht zu egalisieren, umso wichtiger ist die richtige praktische Umsetzung. Geschultes Personal nimmt dabei einen ebenso hohen Stellenwert wie die Verwendung von geeigneten Probenahmeinstrumenten ein. Mögliche Fehler wirken sich auf die gesamte folgende Analytik aus, somit ist das Bewusstsein eines jeden "Analytikers" für eine notwendige richtige Probenahme essentiell.

Mangelhafte Abläufe bei Abweichungen und OOS-Ergebnissen stellen noch immer einen der Top-Punkte auf den Mängellisten bei Behördeninspektionen dar. Herr Dr. B. Renger, Vetter-Pharma, stellte zu diesem hochaktuellen Thema neben den Anforderungen der FDA auch die weitaus weniger formalistischen Vorgaben der Europäischen Regularien vor sowie ein allgemeines Ablaufschema zur Strukturierung der Untersuchungen beim Vorliegen eines OOS-Ergebnisses.

Den Abschluss bildete ein Praxis-Vortrag rund um die Welt der Düfte. Eine Vielzahl ätherischer Öle wurde in lockerer Atmosphäre vorgestellt, von der Gewinnung der Substanzen über den industriellen Einsatz bis hin zum persönlichen Sensorik-Test.

NOVIA blickt auf eine interessante und erfolgreiche Veranstaltung zurück und lädt Sie herzlich ein, im nächsten Jahr bei den NOVIA HPLC-Tagen 2008 in Frankfurt am Main teilzunehmen.

Quelle: NOVIA GmbH




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