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20.11.2007

Vergütungsstudie Ingenieure 2007


Ingenieure sind rar auf dem deutschen Arbeitsmarkt: Um im Wettbewerb um die besten Köpfe erfolgreich zu sein, müssen die Unternehmen immer tiefer in die Tasche greifen. Um durchschnittlich 4,1 Prozent stiegen die Gehälter der deutschen Ingenieure im Vergleich zum Vorjahr. Bei einem Mitarbeiter auf der Führungsebene stehen Jahresgesamtbezüge von durchschnittlich 95.000 Euro auf dem Gehaltszettel, während es bei einer Fachkraft im Durchschnitt 59.000 Euro sind. Das sind Ergebnisse der Vergütungsstudie "Ingenieure in Führungs- und Fachpositionen 2007" der Managementberatung Kienbaum, in die die Angaben von 229 Unternehmen eingeflossen sind. "Der Mangel an gut ausgebildeten Ingenieuren stärkt deren Verhandlungsposition in Gehaltsgesprächen. Außerdem treibt die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt die Unternehmen in einen Überbietungswettbewerb bei der Entlohnung. Nur wer das Gehaltsgefüge der Branche genau kennt, kann sich diesem Druck entziehen", sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser.

Ländervergleich: Fachkräfte in der Schweiz werden am besten bezahlt

Auch in den deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und Schweiz spiegelt sich der Mangel an gut ausgebildeten Ingenieuren im Gehaltsniveau wider, wie eine weitere Kienbaum-Vergütungsstudie zeigt: Mit 97.000 Euro werden Führungskräfte in beiden Ländern geringfügig besser bezahlt als in Deutschland. Bei den Fachkräften verdienen Schweizer Ingenieure mit Abstand am besten: 66.000 Euro stehen bei ihnen auf dem Gehaltszettel, während in Österreich und Deutschland nur jeweils 59.000 Euro gezahlt werden.
Auch bei der variablen Vergütung zeigen sich Unterschiede: 87 Prozent der Ingenieure auf der Führungsebene erhalten in Österreich solche zusätzlichen Gehaltskomponenten, 80 Prozent sind es in der Schweiz und nur 71 Prozent in Deutschland. Bei der Höhe dieser Bezüge liegen Deutschland und Österreich gleichauf (19.000 bzw. 18.000 Euro), während Führungskräfte in der Schweiz 14.000 Euro zusätzlich erhalten. Fachkräfte kommen seltener in den Genuss variabler Vergütungsleistungen: 57 Prozent in der Schweiz (6.000 Euro), 55 Prozent der Österreicher (10.000 Euro) und lediglich 44 Prozent in Deutschland (8.000 Euro) finden solche Zahlungen auf ihrem Gehaltszettel. "Unternehmen in Deutschland haben noch erheblichen Nachholbedarf, was die Nutzung variabler Gehaltsbestandteile betrifft. Zwar liegen sie im Vergleich zu Österreich und der Schweiz bei der Höhe des Bonus an erster bzw. zweiter Position, doch kommen nur relativ wenige Ingenieure in den Genuss dieser Zusatzleistungen", sagt Christian Näser.

Führungskräfte: Je mehr Umsatz, desto mehr Gehalt

In Deutschland ist die Gehaltsspanne innerhalb der Hierarchieebene beträchtlich: Ein Meister in der Produktion erhält 50.000 Euro, während ein Leiter des Verkaufs bzw. Vertriebs 130.000 Euro verdient. Bei den Fachkräften reicht die Gehaltsspanne vom Sachbearbeiter Materialwirtschaft/ Logistik mit 44.000 Euro bis zum Produktmanager mit 83.000 Euro.
Faktoren, die die Lohnhöhe beeinflussen, sind unter anderem die Unternehmensgröße und die Personalverantwortung. Für Führungspositionen gilt eindeutig: Je mehr Umsatz, desto mehr Gehalt. Bei einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro verdient ein Ingenieur 83.000 Euro, zwischen 100 und 250 Millionen Euro sind es 93.000 Euro und bei mehr als einer halben Milliarde Euro Umsatz stehen durchschnittlich 131.000 Euro auf dem Gehaltszettel einer Führungskraft. Bei Fachkräften ist der Zusammenhang zwischen Unternehmensgröße und Gehalt nicht eindeutig. Tendenziell verdienen aber auch diese in größeren Firmen mehr.

Gute Ausbildung: Voraussetzung für hohes Gehalt

Neben der Verantwortung für ein großes Budget wird auch die Führung von Mitarbeitern entsprechend entlohnt: Wer bis zu fünf Mitarbeitern vorsteht, erhält 78.000 Euro. Für die Übernahme von Verantwortung für 20 bis 40 Angestellte werden 100.000 Euro gezahlt und wer mehr als 140 Mitarbeiter führt, wird mit 153.000 Euro vergütet. "Verantwortung zu übernehmen, zahlt sich aus. Um eine solche Position übernehmen zu können, ist nach wie vor eine fundierte Ausbildung Voraussetzung. Es gilt generell: Je besser die Ausbildung, desto höher das Gehalt", sagt Christian Näser.

Variable Vergütung: Erfolgsfaktor im "War for Talents"

71 Prozent aller Führungskräfte kommen in den Genuss einer variablen Vergütung, die durchschnittlich 19.300 Euro beträgt und 15 Prozent der Jahresgesamtbezüge umfasst. Bei Fachkräften erhalten 44 Prozent eine variable Vergütung von 7.900 Euro. Das sind elf Prozent des Gehalts. Wichtigste Kriterien, um die Höhe des Bonus festzulegen, sind das Unternehmensergebnis und der Gewinn vor Steuern. Neben den monetären Zusatzleistungen erhalten rund zwei Drittel der Ingenieure eine betriebliche Altersversorgung und 40 Prozent der Führungskräfte steht ein Firmenwagen zur Verfügung. "Variable Vergütungsanteile spielen gerade im Wettbewerb um die raren hoch qualifizierten Ingenieure eine immer größere Rolle. Nur wer diese gezielt einsetzt und die Vergütungsstrategien der Wettbewerber kennt, wird im ,War for Talents" erfolgreich sein", sagt Vergütungsexperte Näser.

Quelle: Kienbaum & Partner




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