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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

24.10.2007

Elektrophoretische Sortenbestimmung bei Kartoffeln - Jede Sorte hat ihren Fingerabdruck


Die Sorte - ein wesentliches Qualitätsmerkmal bei Kartoffeln. Sortenkenntnis ist eine Voraussetzung zur optimalen Gestaltung von Anbaubedingungen und Verarbeitungsverfahren pflanzlicher Erzeugnisse. Lagerfähigkeit, Eignung zur Herstellung von Industrie- und Veredelungsprodukten, Koch- und Geschmackseigenschaften - diese sortentypischen Eigenschaften sind in den Erbanlagen der Sorten in Form von Eiweißkomponenten, sog. Proteinen fixiert. Jede Kartoffelsorte enthält eine Vielzahl dieser Proteine. Bei der Sortenbestimmung mittels Elektrophorese werden diese streng sortenspezifischen Proteine aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Eigenschaften aufgetrennt und durch spezielle Färbeverfahren sichtbar gemacht.

Die nach der Elektrophorese erhaltenen Proteinmuster sind Spiegelbilder der Sorten. Sie werden auch als Fingerabdruck der Sorten bezeichnet. Beim Vergleich mit dem entsprechenden Referenzmaterial wird jede Sorte einwandfrei erkannt.

Das Referenzmusterarchiv der LUFA Nord-West enthält mehr als 300 Kartoffelsorten, darunter die in der jeweils aktuellen Fassung der "Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes aufgeführten Sorten, sowie darüber hinaus eine Vielzahl von Sorten aus anderen europäischen Ländern. Dieses Referenzmaterial wird ständig aktualisiert, so dass bei Bedarf jederzeit der Zugriff auf eine gewünschte Sorte möglich ist.

Bereits 1974 ist das Elektrophoreseverfahren als Methode bundeseinheitlich von dem "Ausschuss der Spitzenverbände der Kartoffelwirtschaft für die Kartoffelgeschäfts-bedingungen bei der Arbeitsgemeinschaft des deutschen Kartoffelhandels" eingeführt worden. Die Sortenechtheitsbestimmung ist in den "Deutschen Kartoffelgeschäftsbedingungen" als Untersuchungsmethode anerkannt. Auch für den grenzüberschreitenden Handel ist die Sortenechtheitsüberprüfung maßgebend.

Die Lufa Nord-West verfügt über eine mehr als 30-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der elektrophoretischen Sortenbestimmung von Kartoffeln.

Züchter, Erzeuger, verarbeitende Industrie, Abpackbetriebe, Handelsketten und amtliche Kontrollorgane nutzen die Möglichkeit zur Sortenüberprüfung von Kartoffeln an der LUFA Nord-West seit vielen Jahren.

Gegenüber konventionellen Methoden zur Sortenbestimmung -morphologische Knollenmerkmale oder Form und Farbe des Lichtkeims- besitzt die Elektrophorese zwei entscheidende Vorteile:

1. Hohe Präzision: Im Gegensatz zu äußeren Merkmalen sind die Proteinverteilungsmuster genetisch fixiert und somit streng sortenspezifisch und damit unbeeinflußt von Veränderungen durch anbautechnische Maßnahmen und/oder Witterungsverhältnisse.

2. Kurze Untersuchungsdauer: Die Routineüberprüfung dauert 1-2 Tage. In dringenden Fällen vergehen vom Eingang der Probe bis zum Vorliegen des Ergebnisses 3 Stunden.

Die elektrophoretische Sortenbestimmung hat sich daher als Methode der Wahl zur Sortenbestimmung bei Kartoffeln durchgesetzt.

Quelle: LUFA Nord-West




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