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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

19.10.2007

Stellungnahme: PAK in verbrauchernahen Produkten sollten so weit wie möglich minimiert


Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind Stoffgemische, die bei unvollständiger Verbrennung von organischem Material wie Kohle, Kraftstoff, Tabak oder beim Grillen entstehen. Als giftige Umweltchemikalien sind die Substanzen allgegenwärtig und werden von Verbrauchern hauptsächlich über die Atemluft und die Nahrung aufgenommen.

Verschiedene PAK wirken beim Menschen mit großer Wahrscheinlichkeit erbgutverändernd, die Fortpflanzung beeinträchtigend und krebserzeugend. Bereits in den 1980er Jahren hat die amerikanische Umweltbehörde (EPA) aus den über hundert Einzelverbindungen 16 Substanzen in einer Liste der am häufigsten in Umweltproben nachgewiesenen PAK zusammengestellt.

Leitsubstanz ist das bisher am besten untersuchte Benzo[a]pyren, dessen gemessene Konzentration zur Abschätzung für die Umweltbelastung durch die gesamte Gruppe der PAK herangezogen wird. Durch die Verwendung PAK-haltiger Weichmacheröle bei der Herstellung von Elastomeren können diese Verbindungen auch in verschiedenen verbrauchernahen Produkten enthalten sein.

Von der Stiftung Warentest wurden 2005 zum Teil hohe PAK-Werte in Werkzeuggriffen und Kabelummantelungen nachgewiesen. Zur Minimierung des Gesundheitsrisikos haben die Anbieter daraufhin Orientierungswerte für technisch unvermeidbare PAK-Gehalte vorgeschlagen, die auf freiwilliger Basis von den Herstellern eingehalten werden sollen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde gebeten, diese Orientierungswerte sowie den Einsatz von PAK in verbrauchernahen Produkten zu bewerten.

Das BfR kommt auf Grundlage verschiedener Messdaten unterschiedlicher Prüfinstitute zu dem Ergebnis, dass die vorgeschlagenen Orientierungswerte für Werkzeuggriffe und Kabelummantelungen technisch eingehalten werden können. Die Werte sollten aber nicht grundsätzlich auf andere Produkte und Produktgruppen übertragen werden, da die Herstellungsprozesse durchaus unterschiedlich sein können und somit sowohl niedrigere, in speziellen Fällen jedoch nur höhere technisch unvermeidbare Gehalte erreichbar sind. Zudem sollte bei der Festsetzung von Orientierungswerten neben der technischen Vermeidbarkeit auch immer die mögliche Exposition von Verbrauchern berücksichtigt werden. Denn nicht die PAK-Gehalte in einem Produkt sind für das Gesundheitsrisiko relevant, sondern die Mengen, die in die Luft ausdünsten oder bei Hautkontakt freigesetzt werden und vom Verbraucher aufgenommen werden. Generell sollten Hersteller die PAK-Gehalte in Produkten so weit wie möglich senken, da für einige PAK keine Schwellenwerte angegeben werden können, unterhalb derer ein Gesundheitsrisiko ausgeschlossen werden kann.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)




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