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09.10.2007

Medizin-Nobelpreis für Forschung über embryonale Stammzellen und das Erbgut vergeben


Die US-Wissenschaftler Mario R. Capecchi und Oliver Smithies sowie der Brite Martin J. Evans erhalten den Medizin-Nobelpreis 2007. Der Grund sind ihre "bahnbrechenden Entdeckungen" über embryonale Stammzellen und die DNA-Rekombination bei Säugern, wie das Karolinska-Institut am Montag in Stockholm mitteilte. Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert.

Die Forscher haben die so genannte "knock-out-Technik" entwickelt, mit deren Hilfe Forscher Gene in Tieren gezielt ein- und ausschalten können, um ihre Funktionen zu erforschen. Das ermöglicht Wissenschaftlern zum Beispiel, menschliche Krankheiten im Tiermodell nachzuahmen und zu erforschen. "Dies sind wahrhaft fantastische Entdeckungen von riesiger Bedeutung für die Menschheit", lobte Christer Bergholtz, Mitglied des Nobelkomitees, die Verdienste der diesjährigen Preisträger.

Krankheiten besser verstehen

Der gebürtige Italiener Mario Capecchi, 70, arbeitet heute an der University of Utah. Nach Angaben des Karolinska-Instituts hat seine Arbeit "Licht auf die Ursachen mehrerer angeborener Missbildungen beim Menschen geworfen". Der an der Cardiff University forschende Sir Martin Evans, 66, hat die Technik des so genannten Gen-Targetings angewandt, um Maus-Modelle für menschliche Krankheiten zu schaffen. Oliver Smithies, 82, ebenfalls gebürtiger Brite und heute an der University of North Carolina at Chapel Hill, hat anhand solcher Modelle Erkenntnisse über Leiden wie Mukoviszidose und Mittelmeer-Anämie gewonnen.

Feierliche Preisverleihung im Dezember

Die feierliche Überreichung der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember in Stockholm statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Nobels Ziel war es, diejenigen zu ehren, "die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben". Am morgigen Dienstag werden die Träger des Physik- und am Mittwoch die des Chemie-Nobelpreises benannt.

Im vergangenen Jahr hatten die US-Wissenschaftler Andrew Z. Fire und Craig C. Mello die Auszeichnung für ein Verfahren erhalten, mit dem sich Gene stummschalten lassen (RNA-Interferenz). Mithilfe dieser Methode prüfen Biologen und Genetiker, welche Aufgaben eine Erbanlage im Organismus übernimmt. Dabei schalten sie ein spezifisches Gen gezielt aus. Die Folgen zeigen dann, wofür es zuständig war.

Quelle: Max-Planck-Gesellschaft




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