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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

25.09.2007

Protein Cluster der Zelloberfläche erstmals sichtbar gemacht


Nachdem die Magdeburger Forschergruppe um Dr. Walter Schubert vom Institut für Medizinische Neurobiologie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bereits im vergangenen Jahr das Prinzip der Kartierung und Funktionsanalyse von Protein-Netzwerken mit einer neuen Technologie publiziert hatte (Nature Biotechnology 24, 1270-1278, 2006), zeigen die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit der Firma Toponome International Ltd (München) nunmehr spektakuläre dreidimensionale Bilder der Zelloberfläche von einzelnen Immunzellen, wie man sie so eindeutig und so umfassend bislang nicht darstellen konnte.

Wie auf dem Titelblatt der neuesten Ausgabe des Journals Nature Protocols nun zu sehen ist, konnten die Forscher die unterschiedlichen Zusammenlagerungen (Cluster) von 27 verschiedenen Proteinen auf der Zelloberfläche einzelner Immunzellen sichtbar machen. Dr. Schubert und seine Partner verwenden dazu die von ihnen entwickelte Technologie "Toponome Imaging System (TIS)".
Dabei zeigte sich ein überraschender Unterschied zwischen den seit langem bekannten Blutzellen vom T-Lymphozyten-Typ CD4 und CD8: Während die Protein-Cluster der CD4 Zellen ein räumliches Netzwerk bilden, das die gesamte Zelloberfläche umspannt, sind die Protein-Cluster der CD8 Zellen nicht miteinander verbunden.

Aus diesen neuen Erkenntnissen und technologischen Fortschritten ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der Diagnostik und Therapieforschung, denn die hier erstmals sichtbar gemachte hohe Organisationsstufe der zellulären Proteine ist wahrscheinlich bei vielen Krankheiten, wie zum Beispiel immunologischen Entzündungsvorgängen und Krebs spezifisch gestört. Die Magdeburger Forscher zeigen mehrere biologische Beispiele, wie man in ganz verschiedenen Geweben und Zelltypen derartige Cluster finden kann, so dass dadurch die internationale Forschung auf diesem neuen Gebiet der so genannten Toponom Forschung stark stimuliert werden dürfte.

Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Land Sachsen Anhalt gefördert.

Quelle: idw/Universität Magdeburg




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