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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

25.09.2007

ETH-Forscher entwickeln neuartigen Dopingtest: Dopingsündern mit Blastest auf die Schliche kommen


ETH-Forscher haben einen Blastest entwickelt, mit dem Dopingsünder innert Sekunden überführt werden können. Die Atemanalyse funktioniert ähnlich wie der Alkohol-Blastest der Polizei. Nicht nur für Dopingfahnder könnte die neue Methode interessant sein, sondern auch für die Polizei, wie Renato Zenobi, Professor für Analytische Chemie an der ETH Zürich, in einem Bericht der Sendung "10 vor 10" des Schweizer Fernsehens SF sagte. Er könne sich vorstellen, mit dem Gerät auch Drogen wie Ecstasy, Cannabis oder Kokain zu testen. "Dopingfahnder dürften vor allem an der Schnelligkeit des Testes interessiert sein", erklärte Zenobi gegenüber pressetext Schweiz. Denn bei herkömmlichen Urin-Dopingtests dauert es oft 24 Stunden oder länger, bis Ergebnisse vorliegen. Ein Atemtest würde nach Einschätzung des ETH-Chemikers auch billiger zu stehen kommen als die heutigen Doppel-Urintests.

Revolutionär ist gemäß Zenobi nicht das Gerät an sich, ein etwa tischgroßes umgerüstetes Massenspektrometer, sondern das Verfahren. "Wir haben die Probenzuführung auf den Kopf gestellt, indem wir statt einer Flüssigkeit direkt Atemluft testen können." Auf die Idee gekommen sei man durch einen chinesischen Mitarbeiter, der darauf hingewiesen hatte, dass in der traditionellen chinesischen Medizin der Arzt zur Diagnose auch den Atem des Patienten riecht.

Das Gerät, wie es jetzt Zenobi und sein Team umgerüstet haben, kann in Sekundenschnelle einige Dutzend Substanzen in der Atemluft identifizieren. Neben Dopingsubstanzen könne mit dem Test etwa auch festgestellt werden, ob jemand rauche oder Kaffee trinke. Die Atemluft sei wie ein chemischer Fingerabdruck. "In ihr befinden sich hunderte, wenn nicht tausende Substanzen", so Zenobi. Ob ein handliches Gerät für einen Blastest je hergestellt wird, ist noch unklar. Dafür wären laut Zenobi noch Hunderttausende von Franken nötig. Als nächsten Schritt hat die ETH beim Bund ein Gesuch um Forschungsgelder eingereicht, um den neu entwickelten Test in der Praxis erproben zu können.

Quelle: pte.at


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