Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

07.08.2007

Industriechemikalie PFT in fünf von 17 Klärschlämmen nachgewiesen


Das Landesamt für Umwelt (LfU) hat im Rahmen eines Monitoringprogramms perfluorierte Tenside (PFT) in Klärschlämmen kommunaler Kläranlagen nachgewiesen. Bei fünf von 17 untersuchten Kläranlagen wurden Konzentrationen über 100 Mikrogramm PFT pro Kilogramm getrockneten Klärschlamms ermittelt. Sofern Betreiber den Klärschlamm als landwirtschaftlichen Dünger oder zu Rekultivierungsmaßnahmen verwenden, wurden diese daher aufgefordert, ihre bisherigen Verwertungswege vorsorglich umzustellen und den Klärschlamm zu verbrennen. Die Klärschlamm-Untersuchungen sind Teil des landesweiten PFT-Monitorings in allen Umweltbereichen und werden fortgesetzt. +++

Bayern orientiert sich an dem von einigen Ländern behelfsweise festgelegten 100 Mikrogramm-Wert, denn einen 'echten' Grenzwert gibt es bisher in ganz Europa nicht. Der gezielt niedrig angesetzte 100er-Vorsorgewert schließt einen relevanten PFT-Eintrag in die Umwelt sicher aus. Zum Vergleich: Für Spielplätze gilt ein 300-fach höherer Vorsorgewert. LfU-Präsident Albert Göttle: "Auch wenn nach derzeit vorliegenden Erkenntnissen keine Umwelt- und Gesundheitsgefährdung besteht, bestätigen die PFT-Nachweise einmal mehr die Haltung des Freistaats, aus Gründen des vorsorgenden Umwelt- und Gesundheitsschutzes mittelfristig ganz auf die Verwertung von Klärschlamm in der Landwirtschaft zu verzichten." Es mache keinen Sinn, so Göttle weiter, wenn Schadstoffe dem Abwasser mit großem Aufwand entzogen und dann wieder großflächig auf Böden ausgebracht werden. Göttle zufolge ist Bayern beim Ausstieg aus der Klärschlammverwertung auf dem richtigen Weg: Vor zehn Jahren wurde noch über die Hälfte des Klärschlamms landwirtschaftlich verwertet, im Jahr 2005 waren es noch 21 Prozent - Tendenz fallend.

Perfluorierte Tenside gelangen überwiegend über das gewerbliche Abwasser in die kommunalen Kläranlagen. Auf Grund ihrer schmutz-, farb-, fett-, öl- und gleichzeitig wasserabweisenden Eigenschaften finden sie Anwendungen in zahlreichen Industrie- und Konsumprodukten. Die Hauptanwendungsgebiete liegen im Bereich der Oberflächenbehandlung, der Papierveredelung und der Spezialchemie. Außerdem werden PFT in der chemischen Synthese, der Metallierung, der Foto- und Halbleiterindustrie sowie der Medizintechnik verwendet.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt




—> alle Nachrichten dieser Firma

Abonnieren:

Empfehlen: