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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

28.06.2007

GDCh: Klares "Nein" zum Lehrprofessor


Für die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultäten gehört die Einheit von Forschung und Lehre zum Selbstverständnis. Die derzeit diskutierte Kategorie eines Lehrprofessors mit erhöhtem Lehrdeputat und Kernkompetenzen in der Didaktik wird in einer gemeinsamen Stellungnahme von sechs Organisationen, darunter die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), abgelehnt. Stattdessen wird vorgeschlagen, die Qualität der Lehre durch Stärkung des akademischen Mittelbaus und die Bereitstellung einer ausreichenden Assistentenkapazität zu verbessern. Eine forschungsnahe Ausbildung führe außerdem zu sinnvollen Betreuungsrelationen in Laborpraktika und Seminaren.

Die Lehre in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern ist geprägt durch die ständig anzupassenden, am raschen Erkenntnisfortschritt orientierten Lehrinhalte. Studierende werden bereits in frühen Semestern, begleitet durch forschungsorientierte Seminare und durch praktische Tätigkeit, an Forschungsvorhaben herangeführt. So wird verständlich, dass für die Mathematik und die Naturwissenschaften grundsätzlich an der Untrennbarkeit von Forschung und Lehre festgehalten werden muss.

Die u.a. vom Wissenschaftsrat empfohlene Einführung von Lecturer-Positionen oder Professuren mit Schwerpunkt Lehre erreichen das Ziel besserer Lehrqualität bei gleichzeitigem Kapazitätsausbau in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Ausbildung nicht. Für überwiegend lehrende Professoren ist eine authentische Vermittlung forschungsnaher Ausbildungsinhalte schwierig.

Grundsätzlicher Verbesserungsbedarf in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Ausbildung besteht vor allem in der Betreuungsrelation, insbesondere in Übungsgruppen, forschungsnahen Seminaren und der praktischen Laborausbildung. Die Schaffung neuer Doktoranden- und Mittelbaustellen aus Mitteln des Hochschulpaktes 2020 ist zur Verbesserung von Lehrqualität und -kapazität unabdingbar, heißt es in der Stellungnahme abschließend. Der Ausbau von Studienplatzkapazitäten erfordere allerdings in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern Zuwendungen von 8.000 bis 10.000 Euro pro Studienplatz und Jahr, was deutlich über dem Durchschnitt der Studienplatzkosten liege.

Die Stellungnahme wurde erarbeitet und wird getragen von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren für Chemie (ADUC), der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie, der Konferenz der Fachbereiche Chemie (KFC), der Konferenz Mathematischer Fachbereiche (KMathF) sowie dem Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultätentag (MNFT).

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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