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13.06.2007

Expertengruppe fordert neuen Ansatz für naturwissenschaftlichen Unterricht


In einem Bericht, der dem für Forschung zuständigen Mitglied der Kommission, Janez Potočnik, und seinem Kollegen Ján Figel', für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Jugend zuständiges Mitglied der Kommission, vorgelegt wurde, fordert eine Expertengruppe einen neuen Ansatz für den naturwissenschaftlichen Unterricht, der mit den traditionellen pädagogischen Methoden radikal bricht. Michel Rocard, ehemaliger französischer Premierminister, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzender der Expertengruppe, stellte den Abschlussbericht und Empfehlungen der vor sechs Monaten geschaffenen Expertengruppe vor, die sich mit Maßnahmen befassen sollte, die dem schwindenden Interesse junger Menschen für naturwissenschaftliche Studien entgegenwirken sollen. Die Innovationsfähigkeit und die Qualität der Forschung in Europa hängen von den Entscheidungen ab, die jetzt in ganz Europa in den Schulen getroffen werden - zu wenige Schüler wählen wichtige naturwissenschaftliche Fächer.

EU-Kommissar Potocnik erklärte: "Nach der Veröffentlichung des Gago-Berichts, in dem die Schwierigkeiten bei den Humanressourcen in den Naturwissenschaften und der Technik herausgestellt wurden, enthält der Rocard-Bericht sehr deutliche Empfehlungen über die Richtung, die nötig ist, um den naturwissenschaftlichen Unterricht in Europa wieder aufleben zu lassen. Diese Empfehlungen müssen ernst genommen werden. Die Förderung des Interesses der Jugendlichen in Europa für Naturwissenschaften und Technik ist von entscheidender Bedeutung, soll Europa eine Zukunft haben, die auf der bestmöglichen Nutzung von Wissen beruht."

EU-Kommissar Figel' erklärte: "Das nachlassende Interesse für naturwissenschaftliche und technische Studien und rückläufige Einschreibungen in diesen Fächern muss für uns alle ein Grund zur Sorge sein. Die vermehrte Gewinnung junger Menschen für naturwissenschaftliche und technische Studienfächer, vor allem von Frauen, die in den meisten europäischen Ländern unterrepräsentiert sind, ist inzwischen ein gemeinsames Ziel auf europäischer Ebene. Dennoch bleibt noch viel zu tun."

Die Diagnose der Expertengruppe beruht auf einer Analyse laufender Initiativen. Ausgehend von dieser Analyse wurden in dem Bericht Know-how und vorbildliche Verfahrensweisen vorgestellt, die einen radikalen Wandel bewirken könnten, was das Interesse junger Menschen für naturwissenschaftliche Studien betrifft.

Die Gruppe vertritt die Auffassung, dass eine Abkehr der schulischen Pädagogik von hauptsächlich deduktiven Methoden und eine Hinwendung zu Methoden, die auf das Erforschen ausgerichtet sind, dazu führt, das Interesse für die Naturwissenschaften zu steigern. Die Methode des "Learning by doing", bei der die Lehrkraft die Schüler begleitet und sie dazu anleitet, die Naturwissenschaften selbst zu entdecken, regt das Beobachtungsvermögen, die Fantasie und das logische Denken der Kinder an.

In dem Bericht werden die politischen Entscheidungsträger in Europa dazu aufgerufen, Veränderungen durchzuführen, und wird dargelegt, worin diese Veränderungen bestehen sollten: in der Einführung eines auf das Erforschen ausgerichteten naturwissenschaftlichen Unterrichts. Die umfassenderen Vorteile dieser Methode für eine Vielzahl von Schülern, die Lehrkräfte und die Gesellschaft insgesamt werden herausgestellt. In dem Bericht wird auch festgestellt, dass eine wirksame Zusammenarbeit auf der europäischen Ebene in Maßnahmen auf lokaler Ebene übersetzt wird, dass jedoch die Größenordnung unzureichend ist und dass die Verbindung zu den nationalen Programmen deutlich verbessert werden sollte.

Quelle: EU Kommission




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