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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

31.05.2007

Warum es sich im Süden leichter lebt: Das neue Schwere-Informationssystem (SIS)


Mit dem SIS ist auf den Webseiten der PTB eine neue Auskunftsplattform eingerichtet worden, auf der sich interessierte Anwender aus Industrie, Forschung und Behörden, aber auch private Anwender, über die lokale Fallbeschleunigung an einem beliebigen Anwendungsort der Erde informieren können. Als Datengrundlage dient ein vierstufiges Schweredatenmodell, das sich hauptsächlich aus frei verfügbaren, sekundären, d.h. abgeleiteten, Schwerefeldgrößen zusammensetzt.

Ein Schwere-Informationssystem (SIS) wurde in der PTB entwickelt, das als ein interaktives Internetportal einem erweiterten Nutzerkreis aus Physik und Industrie es ermöglicht, für jeden Ort der Erde Daten zum Schwerefeld zu bekommen. Ausgehend von einem globalen Geopotentialmodell, das eine weltweite Überdeckung sicherstellt, werden regional höher aufgelöste Datensätze zur Verdichtung eingesetzt. Mit Hilfe eines Reduktionsverfahrens unter Einbeziehung eines Höhenmodells und unter Verwendung eines statistischen Interpolationsverfahrens können lokale Punktschwerewerte mit einer relativen Unsicherheit bis zu <10-6, mindestens aber ~5x10-5, ermittelt werden. Damit werden die Anforderungen eines sehr großen Teils metrologischer Anwendungen im Einfluss des Schwerefeldes erfüllt, ohne dass lokale gravimetrische Messungen erforderlich sind. Die graphische Oberfläche des SIS orientiert sich an den aus dem Internet bekannten Routenplanern mit einem Eingabe- und Informationsteil auf der einen Seite und einem interaktiven Kartenteil auf der anderen. Mit Hilfe der Kartensteuerungselemente und einer globalen Atlasdatenbank als Grundlage für die Kartendarstellung wird die Navigation an nahezu jeden Ort der Erde ermöglicht. Die Ausgabe eines ortsbezogenen Schwerewertes (Fallbeschleunigung) oder einer Schwereanomalie kann durch Eingabe eines Ortsnamens, der Angabe der Ortskoordinaten (geogr. Länge, Breite, Höhe) oder durch einen Mausklick in die Karte erzeugt werden.

In der Wägetechnik ist es von Vorteil, wenn für den zur Kalibrierung verwendeten Schwerewert am Aufstellungsort ein räumlich ausgedehnter Gültigkeitsbereich definiert ist. Dieser Bereich, die so genannte Schwerezone kann mithilfe des SIS in Abhängigkeit von dem einzusetzenden Waagentyp berechnet und in einem vorgewählten Kartenausschnitt dargestellt werden. Darüber hinaus können weitere thematische Darstellungen des Schwerefeldes als abgestufte Farbbilder in Kombination mit erläuternden Isolinien in der Kartensektion aufgerufen werden.

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Quelle: Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB)




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