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30.05.2007

Historische Präparate im Internet: Hatte Alzheimer recht?


Alois Alzheimers bekanntester Beitrag zur Medizingeschichte ist die histologische Beschreibung der nach ihm benannten Krankheit. 2007 ist es 100 Jahre her, dass er mit einem Mikroskop von Carl Zeiss - einem sogenannten "Bierseidel- stativ" - seine zukunftsweisenden neuropathologischen Beobachtungen machte. Aus diesem Anlass hat Carl Zeiss von Alzheimer angefertigte Originalpräparate im Internet als virtuelle Objekte zugänglich gemacht.

Pathologen auf der ganzen Welt können nun die Präparate, auf denen die Entdeckung der Krankheit basiert, mikroskopisch detailliert ansehen.

Mit dem Gerät MIRAX DESK der Carl Zeiss MicroImaging GmbH wurden ausgewählte Präparate zweier historischer Fälle Alzheimers komplett und mit hoher Auflösung gescannt und ins Internet gestellt. Die Original-Gehirnschnitte kann man online wie unter dem Mikroskop betrachten und damit ein Stück Medizingeschichte nacherleben.

1907 machte Alzheimer den ersten Fall einer Krankheit publik, die 1910 nach ihm benannt wurde. Alzheimers Bericht schilderte den Zustand der 51-jährigen Patientin Auguste D., die eine schwere Hirnrindenerkrankung hatte und nach mehrjähriger Demenz verstarb. Neurologen vermuteten über lange Zeit, dass sie an der seltenen Stoffwechselkrankheit metachromatischer Leukodystrophie (MLD) und nicht an der Alzheimer Demenz litt. Die in Vergessenheit geratenen histologischen Originalpräparate Alzheimers wurden 1992 in einem Keller der Münchner Universität wiederentdeckt und erneut untersucht. Durch die Analyse der Gewebeproben Alzheimers erster Patientin durch das Max-Planck-Institut für Neuropathologie in Martinsried ließ sich der Verdacht auf MLD nicht bestätigen. Die Hirnrinde weist aber neurofibrilläre Bündel und Amyloidablagerungen auf - die beiden klassischen pathologischen Symptome der Alzheimerschen Krankheit.

Alois Alzheimer wurde am 14. Juni 1864 in Marktbreit am Main geboren und starb am 19. Dezember 1915 in Breslau.

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Quelle: Carl Zeiss Jena GmbH




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