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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

23.05.2007

Weiße Organische Leuchtdiode hält mehr als 5.000 Stunden


Zweieinhalb Jahre nach Projektbeginn erreicht das europäische Forschungsprojekt OLLA einen weiteren Meilenstein: Den Forscher ist es gelungen, einen Prototyp einer weißen organischen Leuchtdiode (OLED) mit einer Effizienz von 25 Lumen pro Watt und einer Lebensdauer von über 5.000 Stunden herzustellen. Die OLEDs sollen die Technik der Beleuchtung revolutionieren und vor allem die Lebensdauer von Beleuchtungskörpern verlängern sowie deren Energieeffizienz erhöhen.

"Schon heute liefert dieses flache Licht, verglichen mit einer gewöhnlichen Glühbirne, doppelte Effizienz und die fünffache Lebensdauer", berichtet der Projektleiter Peter Visser im pressetext-Interview. Doch mit der neuen Entwicklung geben sich die Techniker nicht zufrieden. Angestrebt wird ein Endziel für OLED-Beleuchtung von 50 Lumen pro Watt Effizienz in Kombination mit einer Lebensdauer von 10.000 Stunden. Bis zum Ende des Projekts im kommenden Jahr müssen wir vier Mal besser werden, als wir es jetzt sind", meint Visser. "In einigen Jahren erwarten wir die Effizienz einer Kompaktleuchtstofflampe zu erreichen. Das verspricht eine strahlende Zukunft für die OLED-Beleuchtung." Bisher wurden die OLEDs vor allem für kleine Displayanwendungen wie beispielsweise in MP3-Playern eingesetzt. "Eines der erklärten Ziele des OLLA-Projekts ist es, die OLEDs aber auch als effiziente Lichtquelle zu nutzen", erklärt Visser.

"Diese extrem effiziente, weiß leuchtende OLED-Lichtkachel wurde bei Philips aus einer Mischung von fluoreszenten und phosporeszenten OLED-Materialien mit einer NOVALED- eigenen PIN Dotierungstechnologie hergestellt. Sie enthält mehrere Schichten speziell angefertigter Materialien der OLLA-Kooperationspartner." Insgesamt arbeiten 24 Partner in acht Ländern zusammen. Neben Universitäten sind es internationale Forschungseinrichtungen, aber auch Industriepartner, die hier gemeinsam tätig sind. Untersucht wurden von den Forschern auch die verschiedenen Fabrikationsprozesse der OLED-Herstellung. Mit der Verdampfungsmethode gelang es, eine OLED aus vier 15 mal 15 Zentimeter-Kacheln herzustellen. Dies ist die größte OLED-Lichtkachel der Welt. "Der Gravurdruck weißer Polymer-OLEDs - wie das der finnische Partner VTT gemacht hat - wird als eine der großen Optionen angesehen, um die Produktionskosten zu senken", erklärt Visser.

Obwohl bereits über höhere Effizienzen berichtet wurde, glauben die Projekt-Mitarbeiter, dass die nun gezeigten Ergebnisse den derzeitigen Forschungsstand widerspiegeln. "Ein Problem, das beim Vergleichen von Ergebnissen verschiedener Forschungsgruppen weltweit erschwerend wirkt, ist die fehlende Standardisierung der Messverfahren für OLED", meint Dietrich Bertram von Philips Licht, der technischer Koordinator im OLLA-Projekt ist. Es mache einen bedeutenden Unterschied, ob die Messung in einer Ulbricht-Kugel vorgenommen oder ob vertikale Serienstapelungen benutzt würden. Aufgrund dieser Schwierigkeiten haben die Projektpartner beschlossen ein Weißbuch über OLED Beleuchtungsmessverfahren zu entwickeln, um die Standardisierung der organischen Leuchtdioden hinsichtlich Spezifikationen und Messkriterien zu unterstützen.

OLED-Materialien basieren auf organischen Kohlenwasserstoff-Verbindungen und beinhalten kein Quecksilber wie beispielsweise Gasentladungslampen. Gemeinsam mit anorganischen LEDs haben OLEDs das Potenzial, erhebliche Energieeinsparungen in Lichtanwendungen zu ermöglichen. Weltweit suchen Wissenschaftler nach Alternativen zur herkömmlichen Glühbirne, da bei dieser fast 95 Prozent der verbrauchten Energie als Wärme und nicht als Licht abgegeben wird. "Unser Ziel ist es eben, 95 Prozent der Energie als Licht und nur fünf Prozent als Wärme zu erhalten", meint Visser abschließend.

Quelle: pte.at


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