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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

02.04.2007

Bakterie überlebt höchste Strahlenmengen: Reparaturproteine für Wiederherstellung der DNA entscheidend


Deinococcus radiodurans, die Bakterie mit dem Spitznamen Conan, kann Mengen ionisierter Strahlung überleben, die Tausende Mal höher sind als die, die einen Menschen töten. Laut Michael Daly von der Uniformed Services University of the Health Sciences zertrümmert die Strahlung die DNA in Fragmente. Es wurde dem Wissenschaftler zufolge lange angenommen, dass dieser Vorgang sie so gefährlich macht. Das ist nach neuesten Erkenntnissen nicht so. Der Proteinschaden ist wirklich todbringend. "Die Fähigkeit von Zellen, Strahlung zu überleben, hängt in hohem Maß vom Ausmaß der Schädigung der Proteine ab." Details der Studie wurden in PLoS Biology veröffentlicht.

Die Forscher setzten Deinococcus radiodurans und andere resistente Bakterien Strahlung aus. Es zeigte sich, dass die Belastbarkeit der Reparaturproteine einer Zelle mit der Anzahl der Manganionen in der Zelle in Zusammenhang steht. Mangan verhindert die oxidative Schädigung der entscheidenden Proteine und erlaubt ihnen wieder aktiv zu werden, nachdem die Strahlung die DNA geschädigt hat. Das bedeutet, dass es keine Rolle spielt, ob die DNA zertrümmert wurde, so lange die Reparaturproteine sie wieder herstellen. Können diese Proteine erhalten werden, besteht wie bei Deinococcus radiodurans die Möglichkeit, große Strahlenmengen zu überleben. Daly hält es laut New Scientist für möglich, dass die Reparaturproteine der Bakterie in tierische Zellen eingebracht werden und sich so die Resistenz gegen Strahlung erhöhen lässt. Ein mögliches Einsatzgebiet ist die Raumfahrt, wo Strahlenkrankheit bei langen interplanetaren Missionen ein potenzielles Problem darstellt.

Quelle: pte.at


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