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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

09.11.2006

Die Zukunft der Amalgam-Anlagen zur Chloralkali-Elektrolyse in Deutschland


Die Chloralkali-Elektrolyse zur Herstellung von Chlor, Alkalilauge und Wasserstoff erfolgt großtechnisch nach drei Verfahren:

  • dem Amalgamverfahren,
  • dem Diaphragmaverfahren,
  • dem Membranverfahren.

In Deutschland bestand Ende 2005 eine Produktionskapazität von rund 4,4 Millionen Tonnen Chlor pro Jahr. Davon entfallen rund 1,2 Millionen Tonnen (26 Prozent) auf das Amalgamverfahren und 1,1 Millionen Tonnen (26 Prozent) auf das Diaphragmaverfahren. Auf das Membranverfahren, dessen Entwicklung vor 40 Jahren begonnen wurde, entfällt eine Kapazität von rund 2,1 Millionen Tonnen Chlor (48 Prozent).

Von 1998 bis heute sind vor allem bei Erweiterungsvorhaben Umrüstungen der bestehenden Amalgamanlagen auf das Membranverfahren an neun Standorten erfolgt. Für die Produktion von Chlor und Natronlauge stellt heute das Membranverfahren die beste verfügbare Technik dar, die bei Neuanlagen eingesetzt wird. Für die Produktion von Spezialitäten wie Alkalialkoholate, Natriumdithionit, hochreine Kalilauge sowie Natrium ist demgegenüber das Amalgamverfahren unverzichtbar.

Das Amalgamverfahren steht wegen seiner Verwendung von Quecksilber-Kathoden und den dabei auftretenden Emissionen seit Jahren in der umweltpolitischen Kritik.

Seit Beginn der 70er Jahre - das Membranverfahren befand sich zu dieser Zeit noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium - wurden und werden die Umweltauswirkungen des Amalgamverfahrens - Hg-Einträge in die Umwelt - mit großem wirtschaftlichen Aufwand reduziert. Durch umfangreiche technische Maßnahmen konnten die Quecksilber-Emissionen der deutschen Anlagen über die Produkte, das Abwasser und die Abluft von 1972 (108,8 Tonnen) bis 2003 (1,2 Tonnen) um fast 99 Prozent reduziert werden.

Quelle: Verband der Chemischen Industrie (VCI)




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