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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

06.09.2006

Mengen von 10 bis 100 Nanolitern präzise dosieren


In weiten Bereichen der Industrie wächst der Bedarf an Systemen, die es erlauben, Flüssigkeiten in kleinsten Mengen zu dosieren. Die Einsatzgebiete solcher Dosiersysteme reichen von biotechnologischen Anwendungen bis zur Mikromontagetechnik, wo etwa winzige Klebstoffmengen hochpräzise aufgebracht werden müssen. Bei der experimentellen Wirkstoffsuche in der pharmazeutischen Industrie werden Hochdurchsatzverfahren angewendet, um eine möglichst große Anzahl verschiedener Substanzen parallel zu untersuchen. Der Trend geht zu immer kleineren Flüssigkeitsmengen, um bei den Tests einerseits möglichst wenig der teuren Substanzen zu verbrauchen und andererseits auf gleichem Raum eine größere Anzahl von Versuchen parallel in gleicher Zeit durchführen zu können. Mit Unterstützung der AiF haben Wissenschaftler für Mikrotechnik ein Dosiersystem in Form einer speziellen Pipette per Kunststoff-Spritzguss-Verfahren entwickelt, die Mengen von 10 bis 100 Nanolitern präzise dosieren kann. Außerdem können die Teile, die mit den zu dosierenden Substanzen in Kontakt kommen, nach Gebrauch einfach und kostengünstig ausgetauscht und entsorgt werden.

Die neue Mikropipette aus Kunststoff ist wesentlich preiswerter als die bislang eingesetzten Bauteile aus einem Silizium-Glas-Verbund. Die Kunststofftechnologie ermöglicht es, das komplexe Dosiersystem zu vereinfachen. Prototypen befinden sich bereits in Forschung und Industrie im Einsatz. Daneben wurde ein weiteres Dosiersystem im Spritzguss-Verfahren verwirklicht, das in Mikrotiterplatten integriert werden kann. Auf den Platten befinden sich bis zu 1.536 winzige Vertiefungen (Reservoirs), in die Flüssigkeiten für Analysezwecke eingefüllt werden. Mit der neuen Technik kann von einer Platte in eine andere direkt und ohne Einsatz einer Pipette dosiert werden.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF)




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