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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

17.08.2006

Nachweis des Terroristensprengstoffs Acetonperoxid (TATP) mittels FTIR-Spektroskopie


Das Labor für Umweltmesstechnik unter Leitung von Professor Dr. Konradin Weber am Fachbereich Maschinenbau- und Verfahrenstechnik der Fachhochschule Düsseldorf (FH D) und der Produktbereich Energetische Materialien unter Leitung von Dr. Horst Krause am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) haben in ihren Forschungsarbeiten an Testproben kürzlich zeigen können, dass der Terroristensprengstoff Acetonperoxid (TATP) über seine Ausgasungen in der Luft mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie, einer speziellen Wärmestrahlungsmessung, prinzipiell detektiert werden kann.

Es gibt Informationen, nach denen TATP bei verschiedenen Sprengstoffattentaten Verwendung gefunden hat - zum Beispiel beim vereitelten Anschlag von Richard Reid 2001 oder in London am 7. Juli 2005. Bei dem jüngst in London vereitelten Sprengstoffanschlag wird der geplante Einsatz von TATP im Zusammenhang mit Flüssigsprengstoffen ebenfalls in der Presse diskutiert.

TATP wird von terroristischen Gruppierungen selber hergestellt. Es hat die Tendenz leicht zu verdampfen. Diese Eigenschaft war für die beiden Forschungsgruppen die Basis für die berührungslose spektroskopische Detektion. Mit der FTIR-Spektroskopie können verschiedenste Luftverunreinigungen mit Wärmestrahlung berührungslos auf mehreren hundert Meter langen Messstrecken gemessen werden. Dass diese Messung im Prinzip auch mit TATP funktioniert, konnte von nunmehr von den Kooperationspartnern nachgewiesen werden. Anwendungen könnten sich möglicherweise an Flughäfen und U-Bahnhöfen ergeben. Bis zu einem serienreifen Detektionssystem sind allerdings noch umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu leisten, beispielsweise zu Fragestellungen in welchen Spuren und Kombinationen man den Sprengstoff nachweisen kann oder welche anderen Stoffe den Messeffekt verfälschen könnten.

Die ersten Forschungsergebnisse der FH D und des ICT können bereits als vielversprechend angesehen werden. Sie werden in Kürze innerhalb eines Sonderbandes im Springer-Verlag veröffentlicht.

Quelle: idw/Fachhochschule Düsseldorf


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