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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

28.07.2006

Methylbromid-behandelte Exportpaletten vor dem Aus


Zum Stichtag 31. August 2006 ist in Deutschland die Verwendung von Methylbromid-begasten Paletten nicht mehr zulässig. Damit fällt für Exporteure, die bislang entsprechend begaste Vollholzpaletten verwendeten, eine Nachschubquelle für ihre Ladungsträger weg. Das Verbot trifft derzeit auf einen Markt, der ohnehin angespannt ist: Paletten sind knapp wie nie. Die Inka-Paletten GmbH, Produzent von methylbromidfreien und exportfähigen Einweg-Paletten, erwartet im Zuge des Verbotes einen Nachfrageschub und wird das Fertigungsvolumen entsprechend anpassen.

Auf dem deutschen Markt für Ladungsträger kann das Angebot die Nachfrage derzeit kaum bedienen, vereinzelt kam es auch schon zu Engpässen, wie Spediteure hinter vorgehaltener Hand berichten. Grund ist zum einen die zunehmende Verwendung des Grundstoffes Holz in anderen Industriezweigen, unter anderem als subventionierter Energielieferant in Kraftwerken. Zum anderen zeigt sich die deutsche Exportwirtschaft robust und verzeichnet weiter solide Zuwächse. Andreas J. Heinrich: "Exportpaletten sind derzeit gefragt wie nie. Fällt nun für Exporteure noch die Beschaffung von Methylbromid-begasten Vollholzpaletten aus dem Nicht-EU-Ausland weg, verschärft sich die Lage weiter."

Zahlreiche Länder haben ihre Einfuhrbestimmungen für Vollholzladungsträger an der internationalen Pflanzenschutzbestimmung ISPM15 ausgerichtet. Dieser Standard schreibt zwei Vorbehandlungsverfahren vor: die Begasung mit Methylbromid oder die Hitzebehandlung der Exportpaletten bei einer Kerntemperatur von 56 °C über mindestens 30 Minuten. Die Methylbromidbegasung von Vollholzladungsträgern war in der EU wegen der klimaschädlichen Wirkung des Insektizids schon länger verboten - die Verwendung andernorts damit begaster Paletten dagegen war bislang noch zulässig.

Inka-Paletten aus Holzwerkstoff als Exportalternative

Als Alternative bieten sich ISPM15-konforme Ladungsträger aus anderen Materialien anstatt Vollholz an, etwa die patentierten Inka-Paletten. Diese bestehen aus gepressten Holzspänen, die unter hohem Druck und Hitze unter Zugabe eines Bindemittels hohl in Form gepresst werden. Dieses Verfahren tötet einerseits alle Pflanzenschädlinge wirkungsvoll ab. Andererseits verhindert die geschlossene Oberfläche der Inka-Paletten zuverlässig eine Wiedereinnistung von Holzschädlingen. Wegen dieser Eigenschaften sind Inka-Paletten ohne weitere Vorbehandlung auch in die Länder exportfähig, die den ISPM15-Standard in nationales Recht umgesetzt haben. Für zahlreiche Länder bietet Inka-Paletten ein entsprechendes Herstellerzertifikat kostenlos zum Download an, das eine problemlose und unbürokratische Verwendung der Inka-Paletten für den Export sicherstellt. Inka-Paletten sind in zahlreichen Formaten und Ausführungen erhältlich, unter anderem in zwei speziellen Containerformaten, die den Platz im ISO-Standardcontainer optimal ausnutzen.

Hintergrund: Der ISPM15-Standard

Der von der IPPC entwickelte ISPM15-Standard bestimmt für Packmittel und Ladungsträger aus Vollholz ("wood packaging material") zwei alternative Vorbehandlungsverfahren. Die Begasung mit dem Insektizid Methylbromid ist in Deutschland aus Umweltschutzgründen verboten, ebenso wie die Verwendung entsprechend behandelter Paletten ab dem 31. August 2006. Die zweite Alternative ist die Hitzebehandlung bei einer Kerntemperatur von 56 °C für mindestens 30 Minuten. Paletten, die nach einer der beiden Methoden behandelt wurden, erhalten eine ISPM15-Markierung.

Quelle: PresseBox


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