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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

24.07.2006

Schneller und günstiger zur Entschlüsselung von Erbgut


Wissenschaftler der University of New South Wales in Sydney und vom amerikanischen J. Craig Institute haben eine neue Hybridmethode zur Entschlüsselung von Erbgut entwickelt, die schneller und kostengünstiger ist als gegenwärtig eingesetzte Technologien. Dieser Durchbruch wird für die Bereiche Medizin und Biotechnologie von großer Bedeutung sein, denn der Bedarf an Erbgutentschlüsselungen nimmt stetig zu. Die neue Hybridmethode kombiniert die besten Elemente alter und neuer Entschlüsselungsmethoden, um einen genetischen Fingerabdruck zu erhalten.

Das Verfahren zur vollständigen Entschlüsselung des genetischen Codes eines Organismus ist sehr teuer und basierte bis vor kurzem fast ausschließlich auf einer dreißig Jahre alten Technologie, welche die physische Trennung von Genfragmenten erforderlich machte. Eine neuere Methode, die sich innerhalb des letzten Jahres entwickelt hat, verwendet hingegen ein lichtbasiertes Real-Time Verfahren, um die Erbgutinformation aufzudecken. Diese Methode produziert gegenüber dem traditionelle Verfahren bis zu einhundert Mal schneller Ergebnisse.

Die Untersuchungen der Wissenschaftler haben nun gezeigt, dass ein Hybrid-Ansatz besser ist, als jede Methode für sich einzusetzen. Dabei betrachteten sie sechs Genome von Meeresbakterien und verglichen die Kosten- und Nutzen-Effizienz der alten und neuen Methode. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Kombination der Vorteile beider Entschlüsselungsverfahren in einer Hybrid-Medthode qualitativ hochwertigere Ergebnisse erzeugte.

In ihrer Studie kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die traditionelle, auch Sanger-Sequenzierung genannte, Methode vor allem für die Entschlüsselung großer Genomsegmente gute Ergebnisse liefert, während die neuere, auch 454 Pyrosequenzierung genannte, Methode vor allem für kleinere und schwierigere Abschnitte besser geeignet ist. Der Hybridansatz erlaubt es den Wissenschaftlern, einfacher Sequenzierungslücken zwischen Genomfragmenten zu schließen als bei bisherigen Verfahren. Die Forscher hoffen nun, dass die positiven Ergebnisse ihrer Untersuchungen andere Genomprojekte auf den Weg bringen werden, die aufgrund wirtschaftlicher Überlegungen bisher zurückgestellt wurden.

Quelle: idw/Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund




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