Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

23.01.2006

TU Darmstadt und Merck KGaA gründen Forschungslabor


Das Spezialchemie- und Pharmazieunternehmen Merck KGaA und die Technische Universität Darmstadt haben heute (19. Januar 2006) einen Vertrag zur Gründung eines gemeinsam betriebenen Forschungslaboratoriums unterzeichnet. In dem Labor sollen in den kommenden fünf Jahren neuartige anorganische Verbundmaterialien erforscht werden, die sich als druckbare Bauteile für hochleistungsfähige elektronische Anwendungen eignen. Der erste Schwerpunkt zeichnet sich bereits ab: Druckbare Funk-Chips auf der Basis anorganischer Stoffe im Bereich der so genannten RFID-Technologie (Radio Frequency Identification) sollen bis zur Serienfertigungs-Reife entwickelt werden.

Dafür wird in Räumen im Fachbereich Chemie der TU Darmstadt auf dem Campus Lichtwiese ein "Merck-Lab" etabliert, das in der Startphase rund zehn Mitarbeiter beschäftigen wird. An der Kooperation beteiligt sind mehrere Disziplinen der Universität: Wissenschaftler und ihre Forschungsinfrastruktur aus den Materialwissenschaften, der Makromolekularen und Anorganischen Chemie, aus dem Fachgebiet für Druckmaschinen und Druckverfahren sowie aus dem Arbeitsgebiet Mikroelektronische Systeme.

Merck investiert in den Aufbau des Laboratoriums rund eine Million Euro. Die laufenden Kosten (jährlich etwa eine Million Euro) teilen sich beide Partner zu gleichen Teilen. Die TU Darmstadt bringt ihren Anteil hauptsächlich über Personal- und Sachleistungen ein. Erfindungen aus der Kooperation wird Merck zum Patent anmelden und vermarkten. Beide Partner sind an Erlösen, die aus der Zusammenarbeit entstehen, beteiligt.

"Die Kooperation mit der TU Darmstadt bei der Hightech-Anwendung der RFID-Chips ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Merck im Chemiegeschäft durch intelligente Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern neue Produkte für die Marktbedürfnisse von morgen entwickelt", erklärte Dr. Michael Römer, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA, bei der Vertragsunterzeichnung.

"Für die TU Darmstadt ist die institutionelle Kooperation mit ausgewählten Industrieunternehmen wie Merck Teil einer Strategie, um die Universität im internationalen Wettbewerb herausragend zu positionieren", sagte TU-Präsident Professor Dr.-Ing. Johann-Dietrich Wörner. "Mit dieser Form der kooperativen Labors, die wir mit starken Wirtschaftsunternehmen betreiben, erreicht die TU Darmstadt eine neue Qualität der Zusammenarbeit." Der Präsident fügte hinzu: "Im konkreten Fall der druckbaren Elektronik bewegen wir uns gemeinsam auf einem überaus spannenden Feld von Grundlagenforschung und direkter Anwendung. Die Technische Universität vereint einzigartig das dafür notwendige Spektrum an Expertise."

Das zunächst anvisierte Ziel heißt "Druckbare Funkchips" ("RFID-Chips"). Sie gelten als Zukunftstechnologie, die das herkömmliche Barcode-System auf Waren ersetzen könnte. Die Technik basiert auf einem elektronischen Schaltkreis plus Antennen, der wie der Barcode als eine Art Funketikette auf der Ware angebracht ist und auf dem eine Vielzahl von Wareninformationen, zum Beispiel Preis, Haltbarkeit oder Herstellerdaten, individuell gespeichert werden können. Dies ist die Grundlage, um Warenströme noch intelligenter, schneller und effizienter automatisch zu steuern.

Die schon heute verfügbare Technologie ist noch zu teuer für eine Massenanwendung im Konsumentenbereich. Ziel ist daher, die Herstellungskosten zu senken, indem die Funk-Chips mit Hilfe von Massenproduktionsverfahren wie der konventionellen Drucktechnik direkt auf die Verpackung aufgedruckt werden.

Quelle: idw/Technische Universität Darmstadt




—> alle Nachrichten dieser Firma

Abonnieren:

Empfehlen: