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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

18.07.2006

Vorsicht vor Pestiziden in Johannisbeeren, Stachelbeeren und Kirschen


Nach einem neuen Greenpeace-Test sind konventionell angebaute Johannis-, Stachelbeeren und Kirschen aus dem Angebot der sechs größten deutschen Supermarktketten häufig stark mit giftigen Spritzmitteln belastet. In 88 Prozent der Proben fanden die Umweltschützer Pestizid-Rückstände. Rund 30 Prozent der getesteten Beeren und 15 Prozent der Kirschen aus konventionellem Anbau bewertet Greenpeace als mangelhaft und nicht empfehlenswert.

In fünf Prozent der Kirschen, in 17 Prozent der Stachel- und in 28 Prozent der Johannisbeeren wurden sogar die zulässigen Grenzwerte überschritten - deutlich mehr als noch im Jahr 2005. Zudem wurden in fünf der 19 Beerenproben aus Deutschland nicht erlaubte Spritzmittel nachgewiesen. Greenpeace erstattete Anzeige gegen die Produzenten und gegen die Konzerne Aldi, EDEKA, Kaufhof, Real und Tengelmann. Bio-Obst war einwandfrei.

"In diesem Jahr fanden wir bei Johannisbeeren drei Mal mehr Grenzwertüberschreitungen als noch 2005. Die Pestizid-Rückstände können gesundheitsgefährdend sein", urteilt Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter. "Im Schnitt steckten in jeder Probe drei Pestizide gleichzeitig, das sind bedenkliche Giftcocktails."

Viele der insgesamt 23 nachgewiesenen Pestizide sind Krebs erregend, nervengiftig oder können den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen. "Das vor drei Jahren gestartete Pflanzenschutz-Kontrollprogramm von Bund und Ländern hat bisher versagt. Die Bundesländer müssen endlich die Lebensmittelkontrollen verbessern und die Überwachung der Obstbauern massiv verschärfen. Die Handelsketten müssen garantieren, nur noch einwandfreie Ware zu verkaufen", fordert Krautter.

Greenpeace-Mitarbeiter hatten Anfang Juli in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Kassel, Köln, Leipzig und Nürnberg 45 Proben von Kirschen und Strauchbeeren gekauft. Sie stammen aus dem Angebot von Aldi, Edeka, Lidl, Metro/Real, REWE/Minimal, Edeka, Tengelmann/Plus sowie aus drei Bio-Märkten. Ein anerkanntes Speziallabor hat die Beeren auf Rückstände von 350 Pestiziden untersucht. Einwandfrei war in allen Fällen die geprüfte Bio-Ware, in der keine Pestizide nachweisbar waren.

"Obwohl nur 53 Prozent der Proben aus Deutschland stammen, entfallen 80 Prozent der Höchstmengenüberschreitungen auf deutsche Ware, vor allem aus Baden-Württemberg. Viele Obstbauern spritzen dort offenbar auch illegale Pestizide. Ein schlechtes Zeugnis für Essen aus Deutschland", kritisiert Krautter. Schon vor einem Jahr hatte Greenpeace illegale Pestizide in Strauchbeeren aus dem Südwest-Staat gefunden, worauf Land und der Bauernverband Abhilfemaßnahmen angekündigt hatten.

Quelle: Greenpeace




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