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23.05.2006

Saarbrücker Pharmazie-Professor ist Preisträger des APV-Forschungspreises 2006


In Anerkennung seiner herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Pharmazeutischen Wissenschaften ist der Saarbrücker Lehrstuhlinhaber für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie, Professor
Dr. Claus-Michael Lehr, mit dem APV-Forschungspreis 2006 der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Pharmazeutische Verfahrenstechnik e.V. (APV) ausgezeichnet worden.

Der mit 5000 € dotierte Preis wird alle zwei Jahre an Forscher aus ganz Europa vergeben, die unter 45 Jahre alt sind. Überreicht wurde die renommierte Auszeichnung im Rahmen des '5th World Meeting on the Pharmaceutics, Biopharmaceutics and Pharmaceutical Technology', das Ende März 2006 in Genf stattfand.

Bevor ein Medikament anschlagen kann, muss es zunächst an den entsprechenden Wirkungsort im Körper gelangen. Der Weg dorthin wird jedoch durch so genannte biologische Barrieren wie beispielsweise den Darm, die Haut oder die Lunge behindert, die sich zwischen einen Arzneistoff und seinen Zielort stellen und von ihm zunächst überwunden werden müssen. Der Transport von Arzneistoffen im Körper, das sogenannte Drug Delivery, ist daher eines der Hauptforschungsgebiete der pharmazeutischen Wissenschaft, mit dem sich auch die Saarbrücker Arbeitsgruppe von Professor Lehr beschäftigt. Ziel der Forscher ist es, die Transportmechanismen zu analysieren und Verfahren zu entwickeln, mit deren Hilfe die Überwindung der körpereigenen Barrieren erleichtert werden kann.

Eine Besonderheit der Arbeit am Lehrstuhl für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie der Saar-Uni ist dabei, dass gleichzeitig zwei unterschiedliche Forschungsansätze verfolgt werden. "Unsere Arbeit hat sowohl eine biologische als auch technologische Seite", erläutert Professor Lehr. "Ausgangspunkt für den biologischen Ansatz ist die Tatsache, dass wir nicht beobachten können, wie beispielsweise der Wirkstoff Insulin im menschlichen Körper über die Lunge ins Blut gelangt. Mit Hilfe von in vitro-Zellkulturen gelingt es uns dagegen, die Vorgänge im Reagenzglas nachzubilden", so Lehr weiter. Auf diese Weise schaffen die Wissenschaftler auch eine Alternative zu Tierversuchen.

Grundlage für die technologische Komponente der Saarbrücker Forschung ist die Nanotechnologie. So weiß man, dass Nanopartikel wie beispielsweise Liposomen biologische Barrieren gut überwinden können. Werden solche Strukturen dem Arzneimittel beigefügt, kann das Medikament besser zum Wirkungsort transportiert werden.
Die Forschungsleistung der Saarbrücker Wissenschaftler um Professor Lehr bleibt jedoch nicht auf den Bereich der Pharmazie beschränkt. So finden die Saarbrücker Methoden auch im Rahmen des BMBF-Projekts NanoCare Anwendung, das mögliche gesundheitliche Auswirkungen von gezielt hergestellten Nanopartikeln für technische Anwendungen untersucht.

Quelle: idw/Universität des Saarlandes




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