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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

05.05.2006

Verleihung der Adolf-Martens-Preise 2006 für herausragende Arbeiten im Bereich "Werkstoffwissenschaften, Materialforschung und -prüfung" sowie "Analytische Chemie"


Am 6. April 2006 fand die Festveranstaltung des Adolf-Martens-Fonds e. V. zur Verleihung der Adolf-Martens-Preise 2006 statt. Der Adolf-Martens-Preis wurde erstmalig für den gesamtdeutschsprachigen Raum ausgelobt und mit je 3.000 Euro dotiert. Mit dem Preis wird eine herausragende Leistung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses auf den Gebieten "Werkstoffwissenschaften, Materialforschung und -prüfung" sowie "Analytische Chemie" gewürdigt.
Der Preis im Bereich "Werkstoffwissenschaften, Materialforschung und -prüfung" ging an Herrn PD Dr.-Ing. Thomas Antretter, Montanuniversität Leoben, für seine Arbeit "Mikromechanische Aspekte der martensitischen Phasenumwandlung - Modellierung und experimentelle Verifikation".

In seiner Arbeit hat Herr Antretter eine umfassende Darstellung der martensitischen Umwandlung im Rahmen der Werkstoffmechanik vorgelegt. Ausgehend von den thermodynamischen, kinetischen und kristallographischen Prinzipien dieser Phasenumwandlung hat er exemplarisch die kontinuumsmechanische Modellierung der Vorgänge in der Matrix formuliert. Diesen Ansatz hat Herr Antretter für die Beschreibung der so genannten umwandlungsinduzierten Plastizität in niedrig und hoch legierten Stählen verwendet. Dieser Effekt - besser bekannt nach dem englischen Akronym TRIP für TRansformation Induced Plasticity - wurde in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschrieben und wird heutzutage mit großem Erfolg insbesondere in der Automobil-Industrie eingesetzt. Mit seiner Arbeit lieferte Herr Antretter wichtige Werkzeuge zur Vorhersage des Umformverhaltens der TRIP-Stähle.

Den Preis im Bereich "Analytische Chemie" erhielt Herr Dr. Herbert Oberacher, Medizinische Universität Innsbruck, für seine Arbeit "Effiziente Detektion von DNA-Sequenzvariationen mittels Elektrospray-Ionisations-Flugzeit-Massenspektrometrie".

Die Entwicklung neuer analytisch-chemischer Methoden für Anwendungen im Bereich der Bioanalytik, die auf der Kopplung der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit der Massenspektroskopie basieren" dient vor allem zur Charakterisierung von Nukleinsäure und der Auffindung von Sequenzvariationen in genomischer DNA. Den bisher benutzten Verfahren gegenüber bietet diese Anwendung deutliche Vorteile, wie u. a. bessere Nachweisgrenzen, genauere Massenbestimmung und sehr gute Reproduzierbarkeit

Adolf-Martens ist einer der Väter der Materialforschung und -prüfung. Ihm zu Ehren wird ein bestimmtes Eisen/Kohlenstoff-Gefüge, das für die Härte von Stahl maßgebend ist, international 'Martensit' genannt. Zur Förderung relevanter Forschungs- und Entwicklungsgebiete wurde der Adolf-Martens-Fonds e. V. gegründet. Die vom Verein regelmäßig veranstalteten Kolloquien mit ausgewiesenen Fachleuten sollen einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung von Materialien, Werkstoffen, Werkstoffverbunden und den damit verbundenen Technologien für die Wirtschaft vermitteln.

Quelle: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)




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