Unsere Seite auf

Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

30.03.2006

Preisgekrönte Vision vom "Labor in der Zelle"


Eine einzelne Zelle, mit hauchfeinen "Nano-Nadeln" zielgenau bearbeitet und mit Analyse-Chips und Hochleistungs-Mikroskopen kontinuierlich untersucht: So könnte die Zukunft der biomedizinischen Forschung aussehen. Für sein visionäres Modell des "Lab-in-a-cell" ("Labor in der Zelle") ist der Immunologe Professor Jan Buer jetzt bei einem Festakt in Starnberg (Oberbayern) ausgezeichnet worden: Er gewann den mit 10 000 Euro dotierten ersten Preis des Wettbewerbs "Imagining the Future". Veranstalter des weltweit ausgeschriebenen Wettbewerbs ist Roche Applied Science, ein Geschäftsbereich von Roche Diagnostics. Prämiert wurden die besten wissenschaftlich fundierten Prognosen für die Zukunft der biomedizinischen Forschung und ihrer Anwendung für die Entwicklung von Arzneimitteln und Diagnostika. Professor Buer forscht bei der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig und lehrt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Die Zukunft, die Buer in seinem preisgekrönten Exposé skizziert, hat bereits begonnen: "Bei der Untersuchung von Immunreaktionen richten wir den Blick immer differenzierter auf bestimmte Zelltypen - auf die Gene, die sie in bestimmten Situationen anschalten, auf die Botenstoffe, die sie produzieren", erklärt der Immunforscher. Bisher finde diese Forschung vor allem in Zellkulturen statt - die Zellen in einer solchen Kultur sind vom selben Typ und ähneln einander sehr, doch sie verhalten sich nicht identisch. "Wenn man die Entwicklung zu Ende denkt, landet man beim Konzept der Untersuchung einer Einzelzelle." Ansätze dazu gebe es bereits, doch viele der feinen "Werkzeuge", die man dazu benötige, müssten erst noch zur Serienreife entwickelt werden; etwa Sensoren für die Analyse extrem geringer Substanzmengen oder Software, die die Muster der Genaktivität in Zellen zuverlässig auswerten kann.

"Ich bin überzeugt, dass es in den kommenden Jahrzehnten gerade solche Lab-in-a-cell-Methoden sein werden, die uns dem Verständnis und der Heilung von Krebs, Infektionen und Autoimmunerkrankungen näher bringen werden", prophezeit Buer.

Quelle: idw/Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)


Abonnieren:

Empfehlen: