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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

28.03.2006

Auszeichnungen für neue Erkenntnisse über Mikrowellenchemie und Echinacea


Am 17. März 2006 wurden in der Grazer Burg die "Josef Krainer-Preise 2006" verliehen. Zwei der Auszeichnungen gingen an Wissenschafter der Karl-Franzens-Universität Graz: Ao.Univ.-Prof. Dr. Christian Oliver Kappe erhielt den "Josef Krainer-Würdigungspreis", dotiert mit 3.500 Euro, für seine viel beachteten Publikationen über Forschungen zur Mikrowellenchemie. Dr. Karin Wölkart vom Institut für Pharmazeutische Wissenschaften bekam für ihre bemerkenswerte Dissertation über die Wirkungsweise der Heilpflanze Echinacea den "Josef Krainer-Förderungspreis" in Höhe von 2.000 Euro.

Die Mikrowelle erobert nach den Küchen nun die Chemielabors. "Sie macht es möglich, chemische Prozesse enorm zu beschleunigen - im Vergleich zu herkömmlichen Methoden", erklärt C. Oliver Kappe, der darin die Zukunft für die Forschung im Labor sieht. "Durch extrem hohe Temperaturen in Verbindung mit Druck lässt sich das Reaktionsgemisch pro Sekunde um bis zu zehn Grad Celsius erhitzen; jeder Temperaturanstieg um zehn Grad bedeutet wiederum eine Verdoppelung der Reaktionsgeschwindigkeit." Ein Vorteil, der besonders für die Pharmaindustrie von unschätzbarem Wert ist. Darüber hinaus ist die Mikrowellenchemie umweltfreundlich, da schädliche Lösungsmittel oft durch Wasser ersetzt werden können.

Kappe ist auf diesem Gebiet eine internationale Koriphäe. In Forschungsprojekten und Industriekooperationen leistet er seit über fünf Jahren Pionierarbeit an der Universität Graz, die am Institut für Chemie über eines der weltweit best ausgestatteten Labors im Hochschulbereich verfügt. Er konzentriert sich dabei vor allem auf die Erforschung der organischen Synthese von Substanzen mit Hilfe optimierter Mikrowellengeräte, die es erlauben, den Vorgang exakt zu steuern. 2004 erschien im renommierten Wissenschaftsmagazin "Angewandte Chemie" dazu sein Beitrag "Kontrolliertes Erhitzen mit Mikrowellen in der modernen organischen Synthese", der von den Lesern der Zeitschrift zum besten Review-Artikel des Jahres gewählt und nun mit dem "Josef Krainer-Würdigungspreis" ausgezeichnet wurde.

"Echinacea angustifolia DC" stand im Fokus des Forschungsinteresses von Karin Wölkart. Präparate mit Extrakten aus dieser Pflanze werden bekanntlich in der Natur- und Pflanzenheilkunde gegen Erkältungskrankheiten und grippale Infekte verwendet. Ihre Wirkungsweise war jedoch bis vor kurzem nicht wissenschaftlich belegt. Diesen Nachweis lieferte Wölkart nun mit ihrer Dissertation "Über phytochemische und pharmakologische Untersuchungen von Echinacea angustifolia DC".

Die Forscherin, seit September 2005 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Uni Graz, analysierte die Inhaltsstoffe von Echinacea, die Art und Weise, wie sie vom Körper aufgenommen werden, und was sie im Organismus auslösen. Dabei entdeckte sie wichtige, bisher unbekannte Wirkmechanismen, wie zum Beispiel die Fähigkeit der Alkamide (eine in Fett lösliche Stoffklasse in Echinacea), sich an Cannabinoid-Rezeptoren (CB1 und CB2) im Körper zu binden. Darüber hinaus konnte sie mit Hilfe zahlreicher Untersuchungen die immunmodulierende (die Immunabwehr anpassende) Wirkung der Pflanze erklären. Nach der Auszeichnung mit dem Alfred-Vogel-Preis 2005 erhielt Karin Wölkart nun für ihre Dissertation auch den "Josef Krainer-Förderungspreis".

Quelle: idw/Universität Graz




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