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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

27.03.2006

Neue Methode zur Entsorgung und Wiederverwertung von Elektronikschrott


Elektronikschrott enthält eine Vielzahl verschiedener und teils giftiger Materialien, die nur aufwändig getrennt werden können. Am Leibniz-Institut für Katalyse wurde eine Methode entwickelt, mit der die festen organischen Bestandteile schnell und nahezu vollständig abgebaut werden können.

Die Produktion von elektrischen und elektronischen Geräten ist in den letzten Jahren ständig gestiegen. Gleichzeitig ist die Nutzungsdauer der einzelnen Geräte gesunken. Das hat zu einem erhöhten Aufkommen von Elektronikschrott geführt. Diese Abfallmengen werden noch weiter steigen. Ab 24. März 2006 muss der Verbraucher Elektro-Altgeräte getrennt vom restlichen Hausmüll entsorgen.

Mit der neuen Methode erfolgt der Abbau der organischen Bestandteile durch Nassoxidation mit preiswertem Luftsauerstoff in nur einer Stunde. Der Leiterplattenschrott wird vorher zerkleinert und gemahlen. Die Reaktionsbedingungen sind mit Drücken von 100 bar und Temperaturen von 250 °C vergleichsweise moderat. Hauptabbauprodukt ist ungiftiges Kohlendioxid mit einem geringen Anteil an Kohlenmonoxid. Die verbleibende Restfraktion aus Metallen und Salzen kann einer Wiederverwertung zugeführt werden.

Die Behandlung der Elektronikabfälle ist aus ökologischen und ökonomischen Gründen wichtig. Die Deponierung von Elektronikschrott mit einem hohen Anteil an organischen Verbindungen ist seit 2005 nicht mehr gestattet. "Vor allem die im Flammschutzmittel enthaltenen bromierten organischen Verbindungen und toxische Schwermetalle sind aus ökologischer Sicht bedenklich", sagt Dr. Andreas Martin (50), der das Forschungsprojekt geleitet hat. Beim langsamen Abbau oder der Verbrennung der organischen Bestandteile bilden diese Flammschutzmittel Stoffe mit zum Teil noch höherem Gefährdungspotential. Elektronikschrott enthält Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium. Sie sollten aus ökonomischer Sicht zurückgewonnen werden.

Die Forschungsergebnisse wurden gemeinsam mit dem Institute for Mineral Building Materials in Opole, Polen (IMMB) erzielt und mittlerweile patentiert. Das IMMB arbeitet mit der polnischen Zementindustrie zusammen und ist auf diesem Gebiet in Polen für Qualitätskontrolle und Normung zuständig.

Quelle: idw/Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT)




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