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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

02.03.2005

Individuelle Bittergeschmackswahrnehmung wird durch ein einziges Gen gesteuert


Warum nehmen einige Menschen Bitterstoffe besser wahr als andere und bestimmen die Gene was wir schmecken? Neueste Studienergebnisse einer Forschergruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Meyerhof vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke leisten einen wichtigen Beitrag zur Klärung dieser Fragen. Die Wissenschaftler zeigten, dass Variationen des humanen Bittergeschmacksrezeptorgens hTAS2R38 verschiedene Rezeptoren kodieren, deren "im Reagenzglas" gemessene Aktivität das individuelle Geschmacksempfinden von Probanden vorhersagt.

Die großen individuellen Unterschiede im Geschmacksempfinden haben vielfältige Ursachen. Neben sozialen oder psychologischen Faktoren spielen auch die Gene eine wichtige Rolle. Ein Beispiel hierfür ist die unterschiedliche Wahrnehmung der Bitterstoffe Phenylthiocarbamid (PTC) und Propylthiouracil (PROP), die auf Varianten (Haplotypen) des Bittergeschmacksrezeptorgens hTAS2R38 zurückzuführen ist. Die Mehrzahl der Europäer nimmt diese Substanzen bis zu 1000-mal besser wahr als die restlichen 30% der Bevölkerung. Interessanterweise wirkt sich das unterschiedliche Geschmacksempfinden für diese Stoffe auf das Ernährungsverhalten aus. Menschen, die den PTC/PROP-Geschmack besser wahrnehmen entwickeln eher eine Abneigung gegen Gemüsesorten wie Kohl oder Spinat als die "PTC/PROP-Nicht-Schmecker", während letztere zu einem erhöhten Fettkonsum und einem höheren Körpergewicht tendieren. Detaillierte Kenntnisse über die genetischen Faktoren, die das Geschmacksempfinden beeinflussen, könnten daher einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis von Ernährungsgewohnheiten leisten.

Quelle: idw/Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)




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