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16.12.2005

Chemiker begrüßen REACH-Kompromiss


Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) wertet die Entscheidung des EU-Ministerrats vom 13. Dezember 2005 zur neuen Chemikalienverordnung, Stichwort REACH, insgesamt positiv. Der derzeitige GDCh-Präsident, Professor Dr. Henning Hopf (TU Braunschweig), und der künftige Präsident (ab Januar 2006), Professor Dieter Jahn (BASF Ludwigshafen), halten den gefundenen politischen Kompromiss für "überwiegend gut und ausgewogen". Sie begrüßten ausdrücklich die Haltung der Bundesregierung für eine wirtschaftlich praktikable Lösung. Auch der Schutz der Umwelt und der Gesundheit fände ausreichend Berücksichtigung.

Die beiden Chemiker verweisen darauf, dass in Deutschland bereits gute Vorarbeit zur verbesserten Chemikaliensicherheit geleistet wurde. 1982 wurde von der damaligen Bundesregierung bei der GDCh das Beratergremium für umweltrelevante Altstoffe (BUA) eingerichtet, das bis heute - nun als Beratergremium für Altstoffe - eine Vielzahl von Bewertungen von Chemikalien vorgenommen hat und damit der Industrie und der Politik wichtige Entscheidungshilfen an die Hand gegeben hat. Sie führten auch zu Verboten von Chemikalien.

"Der erste wichtige Arbeitsschritt des BUA galt der Aufstellung einer Prioritätenliste, nach der die Stoffe abgehandelt wurden. 5000 Stoffe wurden eingehend diskutiert und bewertet, für etwa 1000 Stoffe wurde eine weitere Bearbeitung als relevant angesehen", sagt der BUA-Vorsitzende Professor Dr. Helmut Greim. Sein Gremium hat erst vor wenigen Tagen sechs neue ausführliche BUA-Stoffberichte der Öffentlichkeit vorgestellt, die Stoffberichte 253 bis 255 in Deutsch und die Stoffberichte 241 bis 243 in Englisch. "National und international gibt es derzeit kein Gremium, das im Hinblick auf die ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen mehr Altstoffe bearbeitet hat als das BUA", betont Greim. Das BUA arbeitet auch in der OECD bei den Bewertungen von ICCA-Stoffen mit (ICCA: International Council of Chemical Associations).

Nicht nur mit den Stoffberichten tritt das BUA an die Öffentlichkeit. Am 14. Februar 2006 veranstaltet es in Frankfurt sein 11. BUA-Kolloquium, das dem Thema "Expositionsmodellierung und QSAR-Anwendungen in der Chemikalienbewertung" (QSAR: Quantitative Struktur-Aktivitäts-Relationen) gewidmet ist. Dieses Kolloquium ist insbesondere in Hinblick auf REACH wichtig; denn für REACH müssen in kurzer Zeit mehrere 1000 Industriechemikalien bewertet werden, für die noch vielfach Kenntnislücken über deren physikalisch-chemische und biologisch wirksame Eigenschaften bestehen. Diese schnell und effizient bei möglichst vertretbarem Aufwand und durch Minimierung von Tierexperimenten zu erarbeiten, wird eine wichtige Aufgabe zukünftiger methodischer Ansätze in der Chemikalienbewertung sein. Und genau darum geht es in dem Kolloquium.

Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)




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