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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

27.10.2005

Kein Einbruch, aber auch kein Durchbruch der Biotechnologie im Jahr 2004


Der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, hat in Frankfurt am Main Ergebnisse der dritten Erhebung zur Biotechnologie in Deutschland, und zwar für das Jahr 2004, vorgestellt.

Danach haben sich die Biotech-Kernunternehmen in Deutschland von 2002 bis 2004, was den Umsatz insgesamt und den Umsatz pro Beschäftigten angeht, positiv entwickelt. Gleichzeitig sind aber bei diesen Unternehmen die Zahl der Beschäftigten sowie die Ausgaben für Forschung und Entwicklung deutlich zurückgegangen. Vieles spricht dafür, dass sich die deutsche Biotech-Branche noch immer auf dem steinigen Weg der Konsolidierung befindet. Ein Medikament mit "Blockbuster"-Potenzial ist in Deutschland nicht in Sicht. Hinzu kommen schwierige rechtliche Rahmenbedingungen für die "grüne" Biotechnologie sowie ethische Vorbehalte gegenüber der Forschung mit Stammzellen. Liquiditäts- und Finanzierungsengpässe machen vielen Unternehmen zu schaffen.

Auf der anderen Seite bestätigt der Anteil der wenigen großen Unternehmen der Life Sciences Industrie am Gesamtumsatz der Biotech-Branche (2004 über 40%) das schon in den vorangegangenen Erhebungen festgestellte beträchtliche wirtschaftliche Potenzial der großen Unternehmen auf dem Gebiet der Biotechnologie.

Die 538 Biotech-Kernunternehmen beschäftigten im Jahre 2004 insgesamt rund 12 000 Personen, von denen 45% in der Forschung und Entwicklung (FuE) tätig waren. In den kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten arbeiteten über 62% im FuE-Bereich. Rund 743 Millionen Euro, je Beschäftigten über 62 000 Euro, haben die Biotech-Kernunternehmen für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Die Veränderungsraten bei den FuE-Beschäftigten (- 16%) und bei den FuE-Ausgaben (- 32%) im Zeitraum 2002 bis 2004 zeigen, dass die Kernunternehmen kürzer treten mussten.

Die Entwicklung der Beschäftigung zeigt im Zweijahresvergleich 2002 bis 2004 nur bei den großen Unternehmen der Life Sciences Industrie - in deren Geschäftszweig Biotechnologie - eine Zuwachsrate (+ 16%). Bei allen anderen Unternehmenskategorien ist ein Mitarbeiterabbau festzustellen. 10% weniger Beschäftigte meldeten die Biotech-Kernunternehmen, ein Minus von knapp 2% die Ausrüster.

Den Umsatz mit Biotech-Produkten im Jahre 2004 bezifferten die Unternehmen der Kategorien I, III und IV auf rund 3,6 Milliarden Euro; knapp ein Drittel davon (1,1 Milliarden Euro) meldeten die Biotech-Kern- und -Kombiunternehmen. Der Umsatz der Ausrüster lag bei 2,3 Milliarden Euro. Bei der Entwicklung des Umsatzes verzeichneten die Kernunternehmen sowie die großen Unternehmen ein Plus von 9% und 3,3%. Der Umsatz der Ausrüster (- 6%) ist ebenso zurückgegangen wie das Beratungsgeschäft der Kategorie V-Unternehmen (- 16%). Auch wenn der Umsatz je Beschäftigten bei den Kernunternehmen nach oben zeigt (+ 19%), dürfte die überwiegende Mehrheit noch nicht profitabel arbeiten; ihre Abhängigkeit von externen Finanzierungsquellen besteht weiterhin.

Quelle: Statistisches Bundesamt




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