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05.08.2005

Weltweit einzigartiges Röntgenmikroskop für Nanoteilchen eröffnet


Die deutsche Forschung erhält ein weltweit einmaliges Röntgenmikroskop. Am Mittwoch ging in Hamburg der weltweit erste Freie-Elektronen-Laser im Vakuum-Ultra-Violett-Wellenlängenbereich (VUV-FEL) in Betrieb. "Mit diesem Spitzengerät erhöhen wir die Attraktivität des Forschungsstandortes Deutschland erneut", sagte Ulrich Kasparick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), anlässlich der Eröffnungsfeier am Deutschen Elektronensynchrotron DESY. Der Blick in die Welt des Allerkleinsten sei nun möglich. "VUV-FEL hilft nicht nur der Grundlagenforschung, sondern bringt Fortschritte von den Material- und Technikwissenschaften bis hin zur Medizin", sagte Kasparick.

Mit dem VUV-FEL könne, so Kasparick, zum ersten Mal intensives Laserlicht bis zu einer Wellenlänge von etwa sechs Nanometern erzeugt werden. Ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. Dieses entspreche dem Größenbereich einzelner Moleküle oder hauchdünner Oberflächenbeschichtungen, wie man sie aus der Nanotechnologie kenne. Das Laserlicht werde zugleich in extrem kurzen Pulsen erzeugt, so dass sich die Dynamik der kleinsten Strukturen erstmals regelrecht filmen lasse, so Kasparick.

Kasparick wies darauf hin, dass die Leistungsfähigkeit des neuen Röntgenmikroskops bereits heute Wissenschaftler aus aller Welt beeindrucke. Schon vor der Inbetriebnahme der Anlage seien Experimentiervorschläge von mehr als 200 Forschern aus elf Ländern eingereicht worden - mehr als der neue Röntgenlaser im ersten Jahr seines Betriebs bewältigen könne.

Das BMBF hat den Bau der Röntgenlaseranlage VUV-FEL mit insgesamt 95 Millionen Euro gefördert. Weitere 9 Millionen kamen vom Land Hamburg sowie 13 Millionen von ausländischen Partnern.

Die neue Technologie des VUV-FEL wird auch Grundlage für den Bau des noch größeren Europäischen Röntgenlasers (XFEL) sein, der bis zum Jahre 2012 am DESY von einem internationalen Konsortium errichtet werden soll. Dieser wird - basierend auf einem 1,5 Kilometer langen Linearbeschleuniger - noch deutlich höhere Intensitäten und kürzere Wellenlängen liefern und damit einen noch tieferen Einblick in die Struktur und Dynamik atomarer Systeme und der unterschiedlichsten Materialien liefern. VUV-FEL sei der entscheidende Schritt dahin, sagte Kasparick.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)




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