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03.08.2005

Schwefelbestimmung in schwefelfreien Kraftstoffen


Alle kennen den Begriff des "sauren Regens" - Schwefelsäure, die in der Atmosphäre aus den Verbrennungsprodukten von schwefelhaltigen Stoffen entstanden ist. Um diesen schädlichen Eintrag zu verringern, haben viele Länder niedrige Grenzwerte für den Schwefel in z.B. Kraftstoffen aufgestellt. In der Europäischen Union dürfen ab 2005 kein Benzin und kein Diesel verkauft werden, dessen Schwefelkonzentration 50 µg/g (also 50 ppm, parts per million) übersteigt. In Deutschland liegt die tatsächliche Konzentration seit zwei Jahren bei unterhalb 10 ppm, da eine extra Steuer von 1,53 Cent/Liter erhoben wird, wenn der Schwefelgehalt zwischen 10 - 50 ppm liegt. In Deutschland ist die Luftbelastung mit Schwefeldioxid in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken.

Ein weiterer Grund, warum niedrige Schwefelkonzentrationen vorteilhaft sind, ist die Tendenz des Schwefels, auf der Oberfläche von Edelmetallkatalysatoren zu adsorbieren. Die in Dreiwegkatalysatoren eingesetzten Metalle der Platingruppe verlieren also an Wirkung, wenn zuviel Schwefel vorliegt. Auch für die Entwicklung von Brennstoffzellen ist es wichtig, dass nur Spuren von Schwefel vorhanden sind, da auch sie Edelmetalle für die Wasserstoffherstellung aus Benzin nutzen.

Wenn ein Benzin an der Zapfsäule als "schwefelfrei" bezeichnet wird, stimmt das für den Naturwissenschaftler nicht: es heißt lediglich, dass im Kraftstoff weniger als 10 ppm Schwefel vorliegt. Liegt die Konzentration unterhalb von 50 ppm nutzt man die Bezeichnung "schwefelarm". Da viele wichtige Erdöle Schwefelkonzentrationen im Prozentbereich aufweisen, können diese niedrigen Werte nur durch einen chemischen Prozess in den Raffinerien erreicht werden. Am häufigsten wird ein katalytischer Entschwefelungsprozess benutzt, in dem bei erhöhter Temperatur und Druck Wasserstoff eingesetzt wird um den Schwefel als H2S zu entfernen.

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Quelle: Aktuelle Wochenschau




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