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26.07.2005

Forschung und Entwicklung stagnieren in Europa


Eine von der Europäischen Kommission vorgestellte neue Veröffentlichung zeigt besorgniserregende Tendenzen bei Investition und Innovation in Europa. "Key figures 2005 for science, technology and innovation" zur Stellung Europas in den Bereichen Forschung und Entwicklung (FuE) zeigt, dass die Wachstumsrate der FuE-Intensität seit dem Jahr 2000 rückläufig ist und nunmehr bei nahe Null liegt. Europa ist auf bestem Wege, das selbst gesteckte Ziel zu verfehlen, die FuE-Ausgaben bis 2010 von 1,9 auf 3% des BIP zu erhöhen.

Janez Potočnik, EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, erklärte: "Wir müssen dieses Alarmsignal beachten. Wenn sich die gegenwärtige Tendenz fortsetzt, wird Europa die Chance verpassen eine der führenden wissensbasierten Wirtschaften der Welt zu werden."

Aus den Zahlen für 2005 geht hervor, dass die FuE-Intensität der EU beinahe zum Stillstand gekommen ist. Das Wachstum der FuE-Investitionen hat sich seit 2000 verlangsamt und lag zwischen 2002 und 2003 bei nur 0,2% des BIP. Im Jahr 2003 investierte Europa mit 1,93% des BIP einen weitaus geringeren Anteil seines Wohlstands in FuE als die USA (2,59%) und Japan (3,15%).

Einer der Gründe für die Stagnation ist eine Verlangsamung der privatwirtschaftlichen FuE-Investitionen. Im Jahr 2002 war die Wachstumsrate der privaten FuE-Investitionen geringer als die des BIP. Allerdings wurde diese Entwicklung durch einen leichten Anstieg der staatlichen wie auch ausländischen Investitionen ausgeglichen. Im Jahr 2002 stammten 55,6% der Inlandsaufwendungen für FuE in der EU aus der Privatwirtschaft gegenüber 63,1% in den USA und 73,9% in Japan. Dieser private Anteil sinkt weiter. Falls keine Trendumkehr stattfindet, wird die EU nicht nur ihr Gesamtziel verfehlen, wonach zwei Drittel der Fu-E-Aufwendungen im Jahr 2010 von der Privatwirtschaft finanziert werden sollen, sondern sich die Lage auch weiter verschlechtern.

Die besorgniserregendste Schlussfolgerung aus diesen Zahlen ist, dass Europa weniger attraktiv für die Forschung wird. Zwischen 1997 und 2002 sind die FuE-Aufwendungen europäischer Unternehmen in den USA weitaus stärker gestiegen als die FuE-Aufwendungen amerikanischer Unternehmen in der EU. Das Ungleichgewicht zugunsten der USA ist zwischen 1997 und 2002 um das Fünffache gewachsen, von rund 300 Mio. Euro im Jahr 1997 auf fast 2 Mrd. Euro im Jahr 2002. Zusätzlich sind die US-Investitionen in anderen Regionen außerhalb der EU wesentlich stärker gewachsen - rund 8% jährlich in der EU und 25% jährlich in China.

Bezüglich Europas Ziel eine der führenden wissensbasierten Wirtschaften zu werden, sind diese Tendenzen besorgniserregend. Die jüngste Folgenabschätzung der Europäischen Kommission hat gezeigt, dass sich die FuE-Investitionen auf europäischer Ebene positiv auf Produktivität und Wirtschaftswachstum auswirken. Aus der Studie ging ferner hervor, dass durch Investitionen auf europäischer Ebene auch erfolgreich zusätzliche Investitionen der privaten Wirtschaft mobilisiert werden können. Wenn Europa zu einem integrierten Forschungsraum werden will, dann ist ein umfassendes Programm auf europäischer Ebene erforderlich, wie es die EU-Kommission im April 2005 vorgeschlagen hat. Anderenfalls wird es in Europa weiterhin nur eine Reihe uneinheitlicher einzelstaatlicher Programme geben.

Quelle: EU Kommission




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