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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

20.04.2005

Mobiler Sprengstoffdetektor mit Lasertechnik entwickelt


Die Nato ist in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sehr interessiert an einer von der Technischen Universität Clausthal entwickelten Lasertechnik. Sie ermöglicht die Kontrolle von Personen und Objekten auf explosive Stoffe mit einem handlichen Lasermessgerät.

Das berichtete Professor Wolfgang Schade von einem Treffen zum Thema "Selbstbau-Sprengkörper" und Sicherheitskontrollen, zu dem die Nato Experten aus Militär und Wissenschaft aus Europa und USA nach Norfolk am 6. und 7. April eingeladen hatte. Professor Wolfgang Schade leitet die Arbeitsgruppe Angewandte Photonik am Institut für Physik und Physikalische Technologien der TU Clausthal.

"Unsere Technik hat überzeugt", sagte der Clausthaler Hochschulprofessor. "Wir werden wahrscheinlich im Sommer einen Forschungsauftrag von der Nato erhalten, um ein mobiles Sicherheitskontrollgerät zum Einsatz auf Flughäfen und anderen Orten mit großer Sicherheitsrelevanz zu entwickeln." Angesichts einer zunehmenden Bedrohung durch Attentäter, die selbstgebaute Bomben einsetzen, wächst das Interesse an geeigneter Sicherheitstechnik.

Die Entwicklung von Professor Wolfgang Schade kombiniert die sogenannte laserinduzierte Plasmaspektroskopie (LIBS) mit einem an der TU entwickelten faseroptischen Lasersensor. Mit dieser Technik lassen sich beispielsweise Antipersonen-Minen im Erdreich aufspüren, wie die Arbeitsgruppe in der Vergangenheit erfolgreich gezeigt hat. Sie eignet sich aber auch, wie Professor Wolfgang Schade auf dem Nato Meeting in Norfolk darlegte, um beispielsweise verwaiste Koffer am Bahnhof oder andere verdächtige Objekte auf Explosivstoffe zu analysieren. "Das Gerät wird den Hund ersetzten können, der heute hauptsächlich als "Sensor"dient", so Professor Wolfgang Schade.

Der intensive Laser (LIBS) wird auf eine Oberfläche fokussiert und bohrt ein kleines Loch in den Mantel. Der Laserpuls dauert nur 10E-9 Sekunden, was nicht zur Zündung des Sprengstoffs reicht, ihn jedoch verdampft. Der gasförmige Zustand der Substanz erlaubt die Analyse mit dem Lasersensor. Mit dem faseroptischen Lasersensor können Spuren von etwa 100 ppm von Explosivstoffen auch an Personen unter Echtzeitbedingungen nachgewiesen werden. Dabei gibt jede Sprengstoffsorte ein individuelles Spektrum wieder. Da die gesamte Lichtstrahlführung über Fasern erfolgt, eröffnet die Technik völlig neue Ansätze bei Routinekontrollen, etwa auf Flughäfen. Besonders gut eignet sich diese Methode für den Nachweis des Sprengstoffs TATP, den in jüngster Zeit Terroristen oft verwenden. Dieser verdampft sehr leicht und ist so mit dem faseroptischen Sensor an Händen oder Kleidung sehr gut nachweisbar. "Wir wollen die Technik weiter verbessern und die Nachweisgrenze in den Bereich ppb oder sogar ppt verschieben", prognostiziert der Hochschulprofessor.

Quelle: idw/Technische Universität Clausthal




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