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18.04.2005

Studie: Chemie und Physik sind die unbeliebtesten Schulfächer


Einstein ist out, Sport ist in: Auf diesen Nenner lässt sich die Hitliste der Lieblingsfächer der deutschen Schüler bringen. Beliebteste Fächer sind Sport und Kunst, düster sieht es dagegen im Einstein-Jahr 2005 für die lernintensiveren naturwissenschaftlichen Fächer aus: Chemie und Physik landen weit abgeschlagen auf den hintersten Rängen. Das zeigt eine Repräsentativbefragung des weltweit tätigen Chemieunternehmens Sasol Olefins & Surfactants. Die Diskussionen um die Ergebnisse der PISA-Studie haben hierzulande also offenbar noch keine Trendwende bei der Beliebtheit der Naturwissenschaften bewirkt.

Die "Tops und Flops" der Schulfächer sind offenbar kein rein deutsches Phänomen: Auch bei Italiens Schülern steht Sport an der Spitze der Beliebtheitsskala. Die Studienergebnisse untermauern die Ergebnisse der PISA-Studie: Danach bewegen sich die Leistungen der deutschen Schüler im naturwissenschaftlichen Bereich gerade so im Europa-Durchschnitt, die der italienischen Schüler sogar darunter. Die Sasol-Studie zeigt außerdem: Zur Chemie im Alltag haben die meisten der befragten Deutschen eine insgesamt positive Einstellung.

Für satte 60 Prozent der befragten jungen Deutschen und sogar 70 Prozent der Italiener zählt der Sportunterricht zu den beliebtesten Schulstunden. Weitere Ergebnisse in Deutschland: Auf dem zweiten Platz der Beliebtheitsskala folgt bei knapp 41 Prozent das Schulfach Kunst, gefolgt von Geschichte (32 Prozent) und Mathematik (31 Prozent). Das Mittelfeld bilden Fächer wie Englisch (30 Prozent), Erdkunde/Geografie (30 Prozent) und Deutsch (28 Prozent). Nur rund jeder Fünfte der mehr als Tausend befragten Deutschen gab an, die Fächer Chemie oder Physik besonders gern zu mögen (beide 19 Prozent) - darunter fast doppelt so viele Jungen wie Mädchen. Am wenigsten beliebt auch in Italien: das Fach Chemie. Der Studie zufolge zählt es für nur 18 Prozent der Schüler in Italien zu den Fächern, die sie besonders mögen. Traurige Aussichten also nördlich wie südlich der Alpen für die Chemie.

Die Sasol-Studie untersucht auch, wie die 13- bis 22-Jährigen zur Chemie im Alltag stehen. Demzufolge sind zwei Drittel (66 Prozent) der jungen Deutschen der Meinung, dass die Chemie viele Fortschritte in der Medizin möglich gemacht hat, und jeder Dritte findet Chemie in vielerlei Hinsicht unentbehrlich für unser tägliches Leben (33 Prozent). Rund vier von zehn Jugendlichen befürchten andererseits mögliche Belastungen für die Umwelt (39 Prozent). Durch die aktuelle Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist die Chemieindustrie als Arbeitgeber stark ins Blickfeld gerückt: Mehr als jeder Dritte der Befragten ist der Meinung, dass in Deutschland viele Arbeitsplätze durch Chemieunternehmen gesichert werden (34 Prozent); allerdings kann sich nur gut jeder zehnte junge Deutsche vorstellen, selbst in einem Chemieunternehmen zu arbeiten (12 Prozent).

"Die Chemiebranche ist der viertgrößte Arbeitgeber in Deutschland und auch in Italien ein wichtiger Arbeitgeber - angesichts dieser Tatsache ist das vergleichsweise geringe Interesse an Fächern wie Chemie und Physik alles andere als positiv", kommentiert Götz Lachmann von Sasol Olefins & Surfactants die Ergebnisse der Befragung. "Schließlich bieten wir viele Arbeitsplätze für gut ausgebildete Menschen an. Für Deutschland könnte dies zum Problem werden, wenn die Chemieunternehmen merken, dass sie den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften nicht mehr im eigenen Land decken können. Hier sind die Unternehmen, aber auch die Politik gefordert, im Zuge der weiteren Reform des deutschen Bildungssystems gegenzusteuern." Wie der Trend sich weiterentwickeln wird, wird PISA 2006 zeigen. Denn dann werden die Leistungen der Schüler in den Naturwissenschaften im Mittelpunkt stehen.

Quelle: Sasol Olefins & Surfactants GmbH


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