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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

15.04.2005

Neuartiges Polymer erleichtert das Aufspüren von Sprengstoff


Ein neues Polymer-Material, das von Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurde, soll in der Lage sein, Explosiv- und Sprengstoffe wie etwa TNT wesentlich besser aufzuspüren als herkömmliche Scanner, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature. Die Sensitivität des neuen Materials soll sogar 30-mal größer sein, so die Forscher.

Zurzeit werden zum Aufspüren von Sprengstoffen Hunde als verlässlichste Entdecker eingesetzt. Allerdings, so das Wissenschaftsmagazin, kostet das Training der spezialisierten vierbeinigen Schnüffler extrem viel Geld und die Hunde sind nur eine gewisse Stundenanzahl am Tag einsetzbar. Daher arbeiten die Forscher seit längerem daran, einen Ersatz für die Hunde zu finden. Timothy Swager vom MIT hat gemeinsam mit seinem Team nun ein solches Polymer entwickelt, das extrem sensitiv auf die Dämpfe von Sprengstoffen unter normalen Bedingungen reagiert.

Das Material ist ein so genanntes organisches-Halbleiter-Polymer (semiconducting-organic-Polymer SOP), das Lichtpartikel wie ein Laserstrahl entlässt, wenn es mit UV-Licht bestrahlt wird. Das UV-Licht stimuliert Elektronen im Polymer. Wenn das SOP genügend dieser Photonen absorbiert, führt dies zu einem Prozess, den die Physiker als "lasing" bezeichnen: ein Lichtstrahl wird abgegeben. Wenn nun ein Sprengstoff wie TNT vorhanden ist, wird dieses "lasing" beendet. Kein Lichtstrahl bedeutet, dass Sprengstoff vorhanden ist.

Bis das Polymer in Handscreenern zur Anwendung kommen wird, wird es noch mindestens zwei Jahre dauern, schätzen die Experten. Bis dahin müssen Soldaten und Security-Beauftragte noch mit Nomadics-Geräten der früheren Generation der floureszierenden Polymere arbeiten.

Quelle: pte.at


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