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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

04.04.2005

Erd-Atmosphäre voll von organischem Müll


Ruprecht Jaenicke von Institut für Physik der Atmosphäre hat nachgewiesen, dass ein großer Teil der Aerosole in der Atmosphäre biologischen Ursprungs ist. Luftproben, die in Deutschland, Sibirien, dem Regenwald am Amazonas, Grönland und abgelegenen Meeren gesammelt wurden, wiesen winzige Partikel organischen Mülls auf. Der Großteil bestand aus organischen Zellen. Er macht bis zu 25 Prozent der Aerosole in der Atmosphäre aus. Jaenicke schätzt, dass rund eine Mrd. Tonnen Bio-Aerosole jährlich in die Atmosphäre gelangt. Ihr Ursprung sind Felder, Wälder, Weiden und Städte. Diese Angaben übersteigen frühere Schätzungen um das 20-Fache und bewegen sich mengenmäßig in der Nähe von Mineralstaub. Die Ergebnisse der Studie wurden in Science veröffentlicht.

Viele der winzigen organischen Partikel verfügen über Formen und Strukturen, die bei der Bildung von Wolken und der Entstehung von Regen eine Rolle spielen. Sie nehmen Flüssigkeit aus der Luft für die Bildung von Nukleationskeimen von Wolken besonders gut auf. Der Meeresbiologe Gene Shinn erklärte gegenüber NewScientist, dass die von Jaenicke aufgelisteten Bio-Aerosole Proteine beinhalteten, die vor allem für Asthmatiker als bekannte Allergene gelten. Shinn geht davon aus, dass Sandstürme, die sich von der Sahara kommend über den Atlantischen Ozean ausgebreitet haben, Bakterien und Proteine enthalten, die Epidemien der Korallenkrankheit in den Karibischen Riffen und die Ausbreitung von Asthma auf einigen Inseln verursacht haben.

Es war seit einiger Zeit bekannt, dass Aerosole von Ruß, Staub und Asche das Klima durch die Reflexion oder Absorption von Sonnenstrahlen beeinflussen. Zusätzlich war bekannt, dass sie die für die Bildung von Wolken erforderlichen Nukleationskeime liefern. Neuere Forschungen legen nahe, dass Aerosole auch für die globale Verdunkelung verantwortlich sind, die vor den Folgen der Erderwärmung schützen könnte.

Quelle: pte.at


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