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04.03.2004

Mit Kasseler Sensor am Kometen-Staub


Als die Ariane-5-Rakete der European Space Agency (ESA) am Dienstag Morgen vom Weltraumhafen Kourou in Französisch Guyana abhob, nahm sie auch Hochtechnologie aus Kassel mit auf ihre lange Reise durch das Weltall. Ein winziger Sensor, entwickelt von Physikern des Instituts für Mikrostrukturanalyse und Analytik (IMA) an der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Kassing, soll dabei helfen, die Geheimnisse der ältesten Objekte in unserem Universum zu lüften - der Kometen.

Kassel. Als die Ariane-5-Rakete der European Space Agency (ESA) am Dienstag Morgen vom Weltraumhafen Kourou in Französisch Guyana abhob, nahm sie auch Hochtechnologie aus Kassel mit auf ihre lange Reise durch das Weltall. Ein winziger Sensor, entwickelt von Physikern des Instituts für Mikrostrukturanalyse und Analytik (IMA) an der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Rainer Kassing, soll dabei helfen, die Geheimnisse der ältesten Objekte in unserem Universum zu lüften - der Kometen.

Der Kasseler Sensor ist eines von 26 Messinstrumenten an Bord des Kometenjägers Rosetta, den die Ariane-Rakete in den Weltraum befördert hat. Das Ziel seiner zehneinhalbjährigen Reise durch das All ist der Komet Tschurjumow-Gerasimenko. Dort soll Rosetta auf ihrem Weg durch den Schweif des kosmischen Eisbergs winzige Staubkörner einfangen. Das Kasseler Messgerät im Nano-Maßstab wird die Oberflächen dieser Partikel dann auf ihre magnetischen und elektrischen Eigenschaften hin untersuchen und ihre Zusammensetzung bestimmen. Außerdem ist der Sensor in der Lage, die Staubpartikel dreidimensional darzustellen. Mit diesen Abbildungen liefert er das Material für weitere ausführliche wissenschaftliche Analysen. Von den Ergebnissen der Untersuchungen erhoffen sich die ESA-Wissenschaftler neue Erkenntnisse darüber, ob zumindest ein Teil der Bausteine irdischen Lebens aus dem All stammt.

In einem Zeitraum von nur vier Jahren haben die Kasseler Physiker den Sensor entwickelt. Ihre Aufgabe war es, Messtechnik, die sich schon im Einsatz auf der Erde bewährt hat, weltraumtauglich zu machen. Auf seiner Langzeitmission im Weltall, unter dem Einfluss extremer Arbeitstemperaturen, der Beschleunigung an Bord der Raumfähre und der Strahlung im All soll der Sensor ebenso verlässliche Daten liefern wie auf der Erde. So wurde an der Universität Kassel eine völlig neue Sensorenreihe für den Einsatz im Weltraum entwickelt.

Noch in der Entwicklungsphase dieser Sensortechnik haben sich die Physiker Dr. Tomasz Debski und Wolfgang Barth, die zu der Zeit als Doktoranden an diesem Thema forschten, in die Selbstständigkeit gewagt. Mit ihrer Firma Nascatec GmbH arbeiten sie eng mit dem IMA der Universität Kassel zusammen und beliefern mit ihrer Technik nun auch die Europäische Weltraumagentur.

Quelle: Universität Kassel




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