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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

11.11.2004

Luftverschmutzung erhöht Herzinfarkt-Risiko


Ein Forscherteam von der Universität von Südkalifornien kommt zu dem Schluss, dass Luftverschmutzung durch Verkehr und Fabriken zu Herzinfarkt führt. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Verschmutzung eine Verengung der Arterien verursacht, ein Vorstadium zum Herzinfarkt. Das Team von der Universität von Südkalifornien untersuchte 800 Menschen über 40, die im Gebiet von Los Angeles leben.

Studienautor Nino Kuenzli sagte, die Folgerungen aus diesen Erkenntnissen für die öffentliche Gesundheit "könnten immens sein". Mittels Ultraschall maßen die Forscher die Dicke der inneren Auskleidung der Halsschlagader. Arteriosklerose, der Aufbau fetthältiger Materialien in den Arterien, die den Blutkreislauf blockieren, steht schon seit längerem mit Rauchen, Diabetes und Übergewicht in Zusammenhang.

Die Forscher untersuchten die Niveaus der Verschmutzung in den Gebieten, wo die Studienteilnehmer lebten. Sie maßen PM2,5 Partikel, die gewöhnlich produziert werden, wenn fossile Kraftstoffe verbrannt werden, wie von Autos oder bei der Verarbeitung von Metallen. Die Partikel sind so winzig, dass sie über die kleinsten Atemwege eingeatmet werden. Die Verschmutzung bewirkt, dass der Körper Oxidationsmittel produziert, die wiederum Entzündungsreaktionen im Atemtrakt und den Blutgefäßen auslösen, was dann zu Schäden der Arterien führt. Die PM2,5 Niveaus werden in Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) gemessen. In der aktuellen Studie rangierten die angaben zwischen 5,2 und 26,9 µg/m3. Die Forscher fanden heraus, dass jeder Anstieg um 10 µg/m3 die Dicke der Auskleidung der Halsschlagader um 5,9 Prozent erhöhte.

Nachdem das Team andere Faktoren wie Alter und Lebenswandel einbezog, erhöhte sich die Arteriendicke zwischen 3,9 und 4,3 Prozent um jeden Anstieg des PM2,5 Niveaus um 10 µg/m3. Der stärkste Zusammenhang wurde bei Frauen über 60 nachgewiesen, mit einem Anstieg der Arteriendicke um 15,7 Prozent für jeden Anstieg der Verschmutzung um 10 µg/m3. Kuenzli sagte: "Wir wissen, dass Menschen in stärker verschmutzten Gebieten früher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben." Die aktuelle Studie habe herausgefunden, dass Luftverschmutzung ebenso wie Rauchen in einem sehr frühen Stadium zu diesen Krankheiten beitrage, und Arteriosklerose verstärkt, die Herz-Kreislauferkrankungen vorausgeht. Alison Shaw, eine Krankenschwester der Britischen Herz Foundation (BHF), sagte, bestimmte Schadstoffe hätten einen entzündungsauslösenden Effekt auf die Auskleidung der Arterien, was Arteriosklerose und eine Entzündung der Lungen verursachen könne. Das wiederum verschlimmere existierende Lungenprobleme. Sie fügte hinzu, die BHF erwarte die Ergebnisse einer Studie zu Luftverschmutzung und Herzinfarkt in drei Jahren.

Quelle: pte.at


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