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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

24.08.2004

Türkische Forscher finden beim Winzern neue Waffen gegen Mikroben


Türkische Forscher haben eine Entdeckung gemacht, die gegen gefährliche Krankheitserreger einsetzbar sein könnte: Treber, die Reste des Weinherstellungsprozesses, haben zumindest beim Test von insgesamt 14 Bakterien, die gesundheitsgefährlich sind, deutliche Wirkung gezeigt. Die Forscher glauben, dass Lebensmittel mit dem Zusatz von Wein-Trester sicherer gemacht werden könnten, berichtet BBC-Online.

Im typischen Weinherstellungsprozess bleiben ohnehin nur Samen, Schalen und Stängel übrig. Diese "Überbleibsel" werden meist für die Herstellung von Essig verwendet, berichten die Forscher der türkischen Universitäten Erciyes und Suleyman Semirel in der Fachzeitschrift Journal of Science of Food and Agriculture. Bei zwei häufigen Krankheitserregern, Escherichia coli und Staphylococcus aureus, die zu sehr gefährlichen Erkrankungen führen können, erwies sich Trester als gute Waffe.

Das Bakterium E. coli findet sich häufig in ungekochtem Essen und kann zu lebensgefährlichen Lebensmittelvergiftungen führen. Auch das Bakterium Staphylococcus aureus kann zu gefährlichen Erkrankungen führen. Die Art der Erkrankungen hängt davon ab, wo die ovalen Bakterien in den Körper eindringen. Bei invasiven Infektionen gelangen die Erreger durch Haut oder Schleimhäute ins Gewebe. Dadurch entstehen Abszesse, Furunkel, Karbunkel, Wundinfektionen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Knochenentzündungen. Eine generalisierte Ausbreitung im Blut führt zu einer Sepsis, die eine schlechte Prognose hat.

Nach Angaben der Wissenschaftler ist Trester in der Lage diese Erreger zu vernichten. "Diese Extrakte können leicht in Lebensmittel beigemengt werden", so Osman Sagdic, der an der Studie beteiligt war. Konsumenten würden ohnehin natürlichen Konservierungsmitteln den Vorrang gegenüber chemischen geben. Auch Experten der Society of Chemical Industry mit dem Sitz in London, reagierten mit großem Interesse auf die Entdeckungen. Es müssen allerdings erst geeignete Speisen gefunden werden, die damit behandelt werden. "Denn", so Yiu-Wai Chu, Leiter der Biotechnolgie-Gruppe, "das Endverbraucherprodukt muss einigermaßen gut schmecken."

Quelle: pte.at


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