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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

05.01.2004

Annäherungen an die Multiple Chemikalienüberempfindlichkeit


Beim MCS-Syndrom (englisch: Multiple Chemical Sensitivity, deutsch: Multiple Chemikalienüberempfindlichkeit) handelt es sich um ein umweltassoziiertes Beschwerdebild, das in den vergangenen Jahren zunehmend öffentliche und politische Aufmerksamkeit erfahren hat. Charakteristisch ist, dass die Betroffenen synthetische chemische Stoffe aus der Umwelt für ihre meist unspezifischen Beschwerden verantwortlich machen - wie Kopfschmerzen, Erschöpfung, Gliederschmerzen, Kreislauf- und Verdauungsbeschwerden sowie Geruchsempfindlichkeit. Mediziner können in konkreten Fällen nur selten erhöhte Belastungen durch Fremdstoffe nachweisen. Die Frage, ob bei den Betroffenen eine besondere Empfindlichkeit auf geringste Schadstoffmengen vorliegt, ist bislang nicht geklärt.

Grundlage des Gesprächs, das am 4. September 2003 im UBA stattfand, waren drei Forschungsprojekte zum MCS-Syndrom, die das Robert Koch-Institut (RKI) mit finanzieller Förderung durch das Bundesumweltministerium (BMU) bearbeitet. Das Fachgespräch, an dem auch Vertreter der Betroffenen teilnahmen, verlief in einer aufgeschlossenen, offenen Atmosphäre und war von sachlicher Diskussion geprägt. Trotz intensiver Forschungsarbeit sind nach wie vor Fragen offen - zum Beispiel: Wie lässt sich das MCS-Beschwerdebild von anderen gesundheitlichen Störungen abgrenzen?

Um Licht in das Dunkel zu bringen und einen Beitrag zur Aufklärung eines ursächlichen Zusammenhanges mit chemischen Stoffen in der Umwelt zu leisten, bearbeitet das RKI im Auftrag des UBA drei Forschungsprojekte:

  • "Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen des MCS-Syndroms bzw. der IEI (idiopathische umweltbezogene Unverträglichkeit) unter besonderer Berücksichtigung des Beitrages von Umweltchemikalien" (abgeschlossen)
  • "Studie zum Verlauf und zur Prognose des MCS-Syndroms ? Erweiterung der Basisstichprobe und Nachuntersuchung (Folgevorhaben)" (in Arbeit)
  • "Untersuchungen zur Suszeptibilität und Differentialdiagnose bei multipler Chemikalienüberempfindlichkeit (MCS)" (in Arbeit)

Die bisher aus den Forschungsprojekten vorliegenden Ergebnisse wurden in dem Fachgespräch unter der Moderation von Dr. Friedhelm Engler, Leiter des Landesamtes für Gesundheit und Arbeitssicherheit Schleswig-Holstein, diskutiert. Nach wie vor ist das Beschwerdebild des MCS-Syndroms und seine Abgrenzung gegen andere Störungen unklar. Noch nicht geklärt ist auch, ob die chemischen Stoffe in der Umwelt MCS auslösen, oder ob es andere Ursachen gibt.

Die Studie "Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen des MCS-Syndroms (Multiple Chemikalienüberempfindlichkeit) bzw. IEI unter besonderer Berücksichtigung des Beitrages von Umweltchemikalien" ist in der UBA-Reihe "WABOLU-HEFTE" unter der Nr.02/03 erschienen. Sie ist kostenlos erhältlich beim Zentralen Antwortdienst des UBA, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin (Postkarte), Fax 030/8903-2912.

Quelle: Umweltbundesamt




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