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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

20.08.2004

Australisches Forscherteam entwickelt feuerfeste Plastik-Keramik-Verbindung


Wissenschaftler der Monash University in Melbourne haben zusammen mit weiteren australischen Forscherkollegen ein Isoliermaterial entwickelt, das sich von Plastik in Keramik verwandelt und so elektrische Leitungen vor Feuer schützen kann. Das keramisierbare Polymer, das sich bei normalen Temperaturen wie eine Plastikart verhält, verwandelt sich bei hohen Temperaturen, wie sie bei einem Brand auftreten, in eine harte Keramikart. Elektrische Leitungen könnten so vor Feuer geschützt und Elektrosysteme auch während eines Brandes funktionstüchtig gehalten werden.

Für seine herausragende Innovationsleistung erhielt das verantwortliche Forscherteam am Cooperative Research Centre (CRC) for Polymers, zum dem auch Dr. Yi-Bing Cheng und Dr. Don Rodrigo vom Fachbereich Physik und Werkstofftechnik an der Monash University gehören, erst kürzlich eine Auszeichnung durch den australischen Forschungsminister Peter McGauran.

Bei herkömmlichen Elektrokabeln bricht die Plastikisolierung, die den Kupferleiter ummantelt, bei extremer Hitze zusammen, was zu Kabelschrumpfung und zum Ausfall des dazugehörigen Elektrosystems führt. Mit den schützenden Eigenschaften des keramisierbaren Polymers hingegen können elektrische Vorrichtungen, wie Schiebetüren, Aufzüge, Computer und Notfallausrüstung, auch unter Extrembedingungen weiterbetrieben werden.

Die mit dem neuen Material versehenen Kabel haben sich bereits in einem Hitzebestandstest bis auf 1050° C gegenüber herkömmlichen Kabeln bewährt. So hält das Plastik, das bei herkömmlichen Kabeln verwendet wird, der Hitze weniger als 10 Minuten stand. Eine flammenhemmende Plastikart zeigt sich auch nur geringfügig länger hitzeresistent. Bei der keramisierbaren Plastikart hingegen besteht die Isolierung auch nach zwei Stunden fort.

Künftige Weiter- und Neuentwicklungen aus keramisierbarem Polymer sind bereits geplant und könnten Anwendung im Bereich des Brandschutzes von Häusern und Fahrzeugen finden. Wie Dr. Cheng berichtet, wird bereits an einem Schaum gearbeitet, dessen Einsatz bei der Isolierung von Wänden, Decken, Fensterbänken und Türrahmen, die Ausbreitung von Flammen bei einem Brand verhindern könnte.

Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund




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