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20.08.2004

Neue Perspektiven für Therapie und Diagnostik: Nanomedizin im Aufschwung


Mit der Möglichkeit, therapeutische Wirkstoffe direkt an ihr Ziel zu dirigieren und damit die Nebenwirkungen zu verringern, könnte die Nanomedizin die Lebensqualität vieler Patienten erheblich verbessern. Gleichzeitig setzen immer mehr große Unternehmen bei der Entwicklung von Therapie- und Diagnoseverfahren auf Nanotechnologie-basierte Anwendungen und liefern der Nanomedizin damit wichtige Impulse. Technical Insights, ein Geschäftsbereich der Unternehmensberatung Frost & Sullivan, untersucht in einer neuen Analyse die Wachstumschancen dieses viel versprechenden Marktes.

Neben der Therapie wird die Nanomedizin möglicherweise auch die Diagnostik revolutionieren: "Mit Techniken zur Früherkennung von Krankheiten und in manchen Fällen sogar von entsprechenden Veranlagungen könnte die Nanomedizin den Durchbruch zur präventiven Intervention bringen", so Rajaram Sankaran, Analyst bei Frost & Sullivan. "Damit ließen sich künftig vielleicht Krankheiten verzögern oder sogar ganz verhindern."

Den Auslöser für den derzeitigen Boom der Nanomedizin lieferten Pharma- und Biopharmaunternehmen sowie Entwickler neuer Methoden zur Arzneimittelverabreichung mit ihrem Interesse an Nanotech-Anwendungen. Als wichtigste Beispiele nennt die Analyse den Einsatz der NanoCrystal-Technologie (Elan Corporation) durch Wyeth und Merck sowie die Verwendung von Qdot®-Partikeln (Quantum Dot Corporation) durch Pfizer, GSK, Astra Zeneca und Genentech.

Daneben bringt auch der akademische Sektor ständig frischen Wind in die Nanomedizin. Obwohl Partnerschaften zwischen Industrie und Wissenschaft diesen Forschungsbereich quasi täglich ein Stück weiter vorantreiben, gilt Innovation hier nach wie vor als Leitmotiv.

Und dennoch müssen sich Forscher und Anwender diversen Herausforderungen stellen. Eine der wichtigsten besteht darin, dass die "reine Lehre" der Nanomedizin dringend durch Know-how aus unterschiedlichsten Technologie-Bereichen ergänzt werden muss. "Der naheliegendste Weg zu einer solchen Multidisziplinarität liegt in der Kooperation mit Pharmaunternehmen und Herstellern medizinischer Geräte", empfiehlt Sankaran. "Zu Beginn könnten solche Partnerschaften die Form gemeinsamer Marketing-Bestrebungen annehmen. Dadurch würde die Nanomedizin in die Lage versetzt, langfristig sämtliche Stadien von F&E bis zur Kommerzialisierung selbst abzudecken."

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Frage nach der Skalierbarkeit, das heißt, der Fähigkeit, große Mengen dreidimensionaler Nanostrukturen kosteneffizient herzustellen. "Das Problem liegt vor allem darin, dass es momentan noch keine geeigneten Produktionsstandards für Nanotechnologiematerialien und -komponenten gibt", so Sankaran. "Die Entwicklung solcher Standards ist vor allem dann erforderlich, wenn Nanotech-Verfahren zu Massenanwendungen für den täglichen Einsatz werden sollen. Das Potenzial wäre da - bisher fehlt es nur an der Umsetzung."

Gleichzeitig erfordern die einzigartigen Eigenschaften von Nanopartikeln auch geeignete Maßnahmen zur Qualitätskontrolle. Ob der Nanomedizin ein nachhaltiges Wachstum bevorsteht, könnte sich möglicherweise an der Frage nach Herstellungsstandards und Qualitätssicherung entscheiden, so das Fazit der Analyse.

Quelle: Frost & Sullivan




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