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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

21.01.2004

Umweltbelastungen einfacher bewerten mit "CORINE Land Cover (CLC)"


Die Landnutzung ist eine entscheidende Einflussgröße für Umweltbelastungen, die durch menschliche Aktivitäten - zum Beispiel in Ballungsgebieten und in der Landwirtschaft - entstehen. Mit der harmonisierten Kartierung der Landnutzung für Deutschland steht den Umweltbehörden und Planern eine aktuelle und detaillierte Datenbasis zur Verfügung. Die Kartierung im Rahmen des europaweiten CORINE Land Cover Programms wurde in den 90er-Jahren erstmals vorgenommen und nun durch die Auswertung von Daten des Erdbeobachtungssatelliten Landsat-7 mit derselben Methodik aktualisiert. Die digitalen Karten, die auf der Basis der Satellitendaten erstellt werden, stellen die unterschiedliche Landnutzung flächendeckend für ganz Deutschland in insgesamt 36 einzelnen Kategorien dar - europaweit sind es 44 Kategorien. Gezeigt werden zum Beispiel Waldflächen, landwirtschaftliche Nutzung oder Siedlungsflächen. Damit lässt sich die Entwicklung der Landnutzung in den vergangenen zehn Jahren darstellen. Darüber hinaus lassen sich Informationen über die Eigenschaften und räumliche Verteilung der schützenswerten naturnahen Ökosysteme und gesundheitsrelevante Kriterien ableiten. Die Kartierungsmethoden sind international abgestimmt.

Das deutsche Projekt startete 2001. Auf einem Workshop am 20. und 21. Januar 2004 in Berlin wird der neue Datensatz CORINE Land Cover 2000 mit seinen Anwendungen vorgestellt. Organisatoren sind das Bundesumweltministerium (BMU), das Umweltbundesamt (UBA) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Beteiligung der Europäischen Union (EU) und der Europäischen Umweltagentur (EEA).

Die aktuellen Daten zur Landnutzung werden gerade jetzt dringend benötigt, beispielsweise für die erstmalige Berichterstattung zur Erfüllung der EG-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2004 und zur Luftreinhaltekonvention der UN-ECE (Wirtschaftskommission für Europa).

Einige Beispiele für die hier angesprochenen Umweltbelastungen durch menschliche Aktivitäten: Dünge- und Pflanzenschutzmittel gelangen auf Äcker und Wiesen und beeinflussen die Qualität von Gewässern, Böden und Luft. Abbauflächen und Deponien belasten vorwiegend deren nähere Umgebung. Aber auch großräumige, grenzüberschreitende Umweltwirkungen über Luft und Wasser hängen in starkem Maße von der Landnutzung und den unterschiedlichen Aufnahme- und Umsetzungseigenschaften der betrachteten Ökosysteme ab.

Quelle: Umweltbundesamt




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