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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

23.07.2004

Einen guten Gewässerzustand kostengünstig erreichen


Die im Jahr 2000 verabschiedete Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) der Europäischen Gemeinschaft (EG) verpflichtet die Mitgliedstaaten auf eine gute Gewässerqualität bis zum Jahr 2015. Doch mit welchen Maßnahmen ist ein guter Gewässerzustand zu erreichen? In Zeiten knapper Kassen stellen sich nicht nur Fragen nach deren ökologischer Wirksamkeit sondern auch nach deren ökonomischer Effizienz. Eine Methodik, die die Auswahl der geeigneten Maßnahmen unterstützt, gab es bisher nicht. Diese Lücke wurde jetzt mit dem Handbuch "Grundlagen für die Auswahl der kosteneffizientesten Maßnahmenkombinationen zur Aufnahme in das Maßnahmenprogramm nach Artikel 11 WRRL" geschlossen. Es richtet sich insbesondere an Entscheidungsträger, die in die Planung und die Verwirklichung der Maßnahmen involviert sind.

Das Umweltbundesamt (UBA) beauftragte das Institut für Internationale und Europäische Umweltpolitik, Ecologic, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gewässerforschung und Gewässerschutz e.V. an der Universität Kassel das praxisorientierte Handbuch zu erarbeiten. Die Publikation bietet wichtige Argumentationsgrundlagen für die öffentliche Diskussion zwischen den politischen und behördlichen Entscheidungsträgern und den von wasserwirtschaftlichen Maßnahmen Betroffenen. Damit unterstützt sie auch die Länder bei der Umsetzung der WRRL.

Es wurde eine spezielle Methodik entwickelt, die in einem mehrstufigen Prozess einen nachvollziehbaren Weg zur Auswahl der kosteneffizienten Maßnahmenkombinationen aufzeigt.

Ausgangspunkt ist die Bestandsaufnahme nach WRRL bis Ende 2004. Darin wird dokumentiert, welche Ziele der WRRL bis zum Jahr 2015 voraussichtlich erreicht oder noch nicht erreicht werden. Die Entwicklung des Handbuchs konnte auf bereits vorliegenden Ergebnissen ausgewählter Pilotprojekte (Lahn, Große Aue, Seefelder Ach, Main) aufbauen. Es wird ein klares Vorgehen empfohlen, bei dem die typischen stofflichen und morphologischen Gewässerbelastungen den maßgeblichen Verursachern (Haushalte, Industrie, Landwirtschaft, sonstige) und diesen wiederum die relevanten Belastungsarten (zum Beispiel: Abwassereinleitungen, Stoffausträge aus landwirtschaftlichen Flächen, Wasserkraft, Schifffahrt), zugeordnet werden.

Zur Beseitigung der erkannten Defizite kommen in der Regel mehrere Maßnahmen in Frage. Die geforderte Auswahl der kosteneffizienten Kombination erfolgt dann schrittweise. Dabei werden die einzelnen Maßnahmen nach verschiedenen Kriterien - wie ökologische Wirksamkeit, Zeithorizont der Umsetzung und Wahrscheinlichkeit der Zielerreichung bis 2015 - beurteilt. In Kombination mit betriebs- und volkswirtschaftlichen Kostenschätzungen werden dann die kosteneffizienten Maßnahmen und Instrumente empfohlen.

Im zweiten Teil des Handbuchs sind die eher technisch ausgerichteten Maßnahmen (zum Beispiel: Kläranlagenertüchtigung, Uferrandstreifenanlage) und die unterstützend wirkenden Instrumente (wie etwa Abgaben, Kooperationslösungen, Beratungen) detailliert in einzelnen Datenblättern beschrieben. Hier werden auch die genannten Beurteilungskriterien und Kostenfaktoren erläutert.

Quelle: Umweltbundesamt




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