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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

22.07.2004

Radioaktivität in Waldprodukten


Auch 18 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind in den durch Fallout belasteten Regionen, wie z.B. im Münchner Umland oder in den Alpen, noch immer hohe Werte an künstlicher Radioaktivität in Wildpilzen und anderen Waldfrüchten zu erwarten. "Die Spitzenwerte bei Röhrenpilzen, wie z.B. Maronen- oder Birkenröhrlingen, aber auch bei Semmelstoppelpilzen können im Münchner Umland durchaus noch 1000 und mehr Becquerel pro Kilogramm Frischmasse an Cäsium-137 erreichen" berichtet Christina Hacker vom Umweltinstitut München e. V. aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre. Wildschweine, die sich frei im Wald bewegen können und nicht in einem Gehege gezogen werden, können noch höhere Belastungswerte aufweisen. Wegen der langen Halbwertszeit von Cäsium-137 (ca. 30 Jahre) ist eine wesentliche Änderung der Situation auch in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Ein häufiger und üppiger Verzehr von stark belasteten Pilz- und/oder Wildmahlzeiten kann zur Anreicherung von Radioaktivität im Körper und damit zu einer zusätzlichen Strahlendosis führen. "Unsere Empfehlung bleibt nach wie vor, dass besonders die so genannten Risikogruppen wie Kinder und Schwangere Waldpilze und andere Waldfrüchte aus ihrem Speiseplan streichen und stattdessen auf unbelastete Zuchtpilze zurückgreifen sollten. Auch Folgeprodukte, wie z.B. Heidelbeerjoghurt, Preiselbeermarmelade oder Säfte aus Waldbeeren sollten gemieden werden", so Hacker.

Quelle: Umweltinstitut München




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