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Nachrichten und Pressemeldungen aus Labor und Analytik

12.05.2004

Wissenschaftspreis Molecular Bioanalytics 2004 vergeben


Während der Eröffnungsfeier zur Internationalen Fachmesse Analytica in München hat die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) den renommierten Wissenschaftspreis Molecular Bioanalytics 2004 verliehen. Zum 17. Mal wurden Wissenschaftler mit dem von Roche Diagnostics gestifteten Preis in Höhe von 50.000 Euro für ihre außerordentlichen Beiträge zur molekularen Bioanalytik geehrt.

Der Preis ging in diesem Jahr an den Briten Professor Sir Edwin Southern, den Amerikaner Dr. Stephen P.A. Fodor und posthum an den im vergangenen Jahr verstorbenen Russen Professor Andrei Mirzabekov für ihre Bahn brechenden Verdienste zur Entwicklung der Microarray Technologie (DNA-Chip).

Die DNA-Chip Technologie gehört zu den Anwendungen mit dem größten diagnostisch-klinischen Potenzial. Einzelne DNA-Abschnitte werden auf einer Glasfläche befestigt und wirken als so genannte Sonden, wobei jede Sonde eine spezifische Gensequenz nachweist. Die Bindung der Sequenzen an die Sonde erfolgt durch Hybridisierung. Genchips verkörpern wie keine andere Technologie die Miniaturisierung und Automatisierung in der Bioanalytik und der Medizin. Sie liefern handlungsrelevante Informationen für Forschung, Diagnose und Therapie und öffnen die Tür zur individuelleren Medizin. Die Funktion von Genen, oder Veranlagungen zu bestimmten Tumorerkrankungen lassen sich damit ebenso diagnostizieren wie die Verträglichkeit von Medikamenten. Das erleichtert wiederum die Auswahl und Dosierung von Wirkstoffen zur Behandlung. Außerdem werden unnötige Kosten im Gesundheitssektor vermieden.

Professor Sir Edwin Southern von der University of Oxford erhielt den Preis schon einmal 1984 für die Entwicklung des nach ihm benannten DNA-Hybridisierungsverfahrens (Southern-Blotting) und stellt als wiederholter Preisträger seine außerordentlichen wissenschaftlichen Fähigkeiten erneut unter Beweis.

Professor Andrei Mirzabekov war fast 20 Jahre lang Direktor des Engelhardt Instituts für Molekularbiologie in Moskau. Er spielte eine zentrale Rolle im Human Genom Projekt und forschte unter erschwerten Bedingungen unermüdlich an der Entwicklung von DNA-Chips für unbekannte Sequenzen. Er verstarb im vergangenen Sommer.

Dr. Stephen P.A. Fodor verkörpert gleich zwei Aspekte. Der promovierte Chemiker forschte nach Methoden mit hohem Durchsatz von Material und beschrieb später erstmalig die Microarray Technologie. Er ist außerdem Mitbegründer, Vorsitzender und CEO der Firma Affymetrix. Das kalifornische Biotech-Unternehmen ist führend in der Herstellung von DNA-Chips.

Quelle: Roche Deutschland


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